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Artikel: Geistliche Leiterschaft

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Geistliche Leiterschaft

In unserer pluralistischen Zeit haben viele Menschen Probleme mit dem Stichwort "Leitung". Das hat gleich den Mief von "autoritärem Machtgehabe" und "totalitärer Willkür" an sich. Ich war vor einiger Zeit in Namibia. Da habe ich gehört, dass ein afrikanischer Minister (also ein Leiter) gesagt hat: "Ein Politiker, der nicht für sich selbst sorgen kann, kann auch nicht für andere sorgen." Diese Aussage diente zur Rechtfertigung seines verschwenderischen und luxuriösen Lebensstils.

Und offensichtlich sind es diese Zerrbilder, die uns das Thema "Leiterschaft" gründlich erschweren. Natürlich ist Leben in der Gesellschaft ohne Leiter gar nicht möglich. Es gibt Abteilungsleiter, Filialleiter, Übungsleiter, Reiseleiter, Vorstände, Präsidenten, Vereinsvorsitzende... und Jugendleiter.
Leitung ist an sich nichts Schlechtes, und ich behaupte: Menschen wollen geführt werden. Sie wollen angeleitet werden. Die entscheidenden Fragen sind: Von wem? Wie? Wohin?
Nun wollen wir nicht über das Thema "Leiterschaft" im Allgemeinen nachdenken, sondern über das Thema "geistliche Leiterschaft“. Die Frage ist also:
Was unterscheidet den Leiter eines Kleintierzüchtervereins vom Leiter einer Gemeinde oder einer EC-Jugendarbeit?

Der Leiter vor Gott

Wenn ich unterwegs bin, dann begegnen mir viele Jugendarbeiten, die sagen:
„Wir haben keinen Leiter, wir haben ein Leitungsteam.“ Trotzdem bin ich überzeugt, dass keine Jugendarbeit auf Dauer ohne Leiter auskommt. Wenn kein Leiter berufen ist, dann wird sich ein Leiter herauskristallisieren. Ich denke, es ist sinnvoller, Aufgaben zu benennen und bestimmte Personen mit dieser Aufgabe zu betrauen, als das Zufallsprinzip wirken zu lassen.
Das Thema „Geistliche Leiterschaft" spielt in der Bibel eine große Rolle. Und wir sehen, wie Personen
konkret für diese Aufgabe zugerüstet und berufen werden.

Es lohnt sich, einmal zu fragen:
• Wie bin ich Jugendleiter geworden?
• Und wie verstehe ich mein Amt der Leitung?
• Sehe ich mich als Manager, der Termine organisiert und Programme managt?
• Verstehe ich mich als "Feuerlöscher", der die Probleme bekämpft?
• Mache ich die Leitung nur, weil man keinen anderen "Dummen" dafür gefunden hat?
• Wie verstehe ich mich als Leiter?

Von der Beantwortung dieser Fragen hängt alles ab! Die Zukunft meiner Jugendarbeit hängt davon ab!
Nein, wir sind nicht einfach Leute, die den "Laden am Laufen" halten. Wir sind nicht nur Manager oder Organisatoren.

Ein geistlicher Leiter zu sein ist eine viel größere Herausforderung. Sie fordert unsere ganze Person. Aber es gibt wohl auch kaum eine schönere und erfüllendere Aufgabe.
Wenn ich selbst auf meine Aufgabe als Leiter zurückschaue, dann kommen mir da manche mühevolle Augenblicke ins
Gedächtnis. Ich erinnere mich an große Probleme und an manche Träne, die ich vergossen habe. Aber niemals wollte ich es rückgängig machen! Was habe ich erlebt als Leiter! Wie hat Gott gewirkt durch mich und ich bin manchmal nur staunend und kopfschüttelnd davor gestanden.

♦ Gott beauftragt Leiter
♦ Gott belastet Leiter
♦ Gott stärkt Leiter
♦ Gott segnet Leiter

Ich möchte euch heute gerne für eine neue Vision eurer Leiterschaft gewinnen – und damit für eine Vision eurer Arbeit in der Jugendarbeit.

Geistlich leiten – geistlich leben

Der erste Punkt richtet sich ganz persönlich an euch. Es geht um eure Person als Leiter. Stellt euch einmal einen Augenblick den folgenden Fragen:

• Können meine Jugendlichen an der Art, wie ich mein Leben führe und unsere Jugendarbeit leite, Jesus erkennen?
• Lebe ich ein Leben, dem es sich nachzueifern lohnt?

Es ist ja ein altbekannter Satz, dass besonders Jugendliche sehr kritisch beäugen, ob mein Reden und mein Handeln identisch sind. Natürlich gehört zur Gabe der Leitung auch das nötige Handwerkszeug:

Ich bilde mich aus, ich lerne etwas über Leitungsprinzipien und verschiedene Modelle. Aber mit der Bildung alleine ist es nicht getan. Es kommt auf meine Person und meinen Charakter an. Wir wollen unsere Jugendlichen dazu anleiten, dass ihr Reden und ihr Handeln identisch werden. Sie sollen ihr Christsein nicht nur verbal gestalten, sondern es ins Leben umsetzen.

Wenn wir darin nicht selbst Vorbild sind, werden wir sie in die Irre leiten.

Nun bedeutet das nicht, dass wir automatisch perfektere Christen sein müssen, die gegen die Sünde immun sind. Wir alle leiden (hoffentlich) unter unseren Sünden, aber wir lassen uns davon nicht unterkriegen, weil wir einen gewaltigen Herrn haben, der uns die Schuld vergibt. Mir bereiten manche Charaktereigenschaften an mir große Bauchschmerzen. Aber sie helfen mir auch, barmherziger mit anderen umzugehen. Wichtig ist auf alle Fälle, dass ich mir meiner Schwäche und Versuchlichkeit bewusst bin. Das ist gerade als Leiter wichtig, sonst erliege ich den Versuchungen der Macht, der Lieblingsgedanken oder des Schwermutes.
Geistlich leiten kann ich nur, wenn ich geistlich lebe. An dieser Stelle ist das EC-Bekenntnis für mich eine willkommene Herausforderung. Es ermahnt mich z.B., mein geistliches Wachstum nicht dem Zufall zu überlassen. In der regelmäßigen Begegnung mit der Bibel und mit meinem Herrn reife ich und wachse ich. Ich bekomme Inspiration für meine Aufgabe als Leiter.

Geistlich leiten – Jesus lieben

Mich hat in der letzten Zeit eine Begegnung in der Bibel sehr beschäftigt. Es ist die Begegnung zwischen Jesus und Petrus kurz nach der Auferstehung Jesu (Johannes 21, 15-19). Als Jesus den verängstigten Jüngern nach seiner Auferstehung begegnet, da sind sie außer sich vor Freude. Und doch merken wir, dass zwischen Jesus und Petrus immer noch eine Sache steht. Petrus hatte Jesus verleugnet. Seither sind sie sich nicht mehr begegnet. Und nun stehen sich die beiden gegenüber.
Und Jesus ergreift die Initiative und spricht Petrus an. Aber er legt ihm nicht die Finger in die Wunde und spricht diesen peinlichen Vorfall an. Er stellt Petrus eine Frage und eröffnet ihm damit die Zukunft:

"Simon, Sohn des Johannes, hast du mich lieb?"

Jesus spricht ihn nicht mit seinem neuen Namen "Petrus" an. Mit diesem Namen hatte er ihn zum Leiter der Gemeinde berufen. Aber jetzt geht es nicht um eine Aufgabe, sondern es geht um die Beziehung zwischen Simon und Jesus. Und Jesus fragt nicht: "Hast du bereut?" Er fragt nicht "Machst du das noch einmal?" Jesus fragt: "Hast du mich lieb?" Diese Frage ist Grundlage für unser Amt als Leiter. Das unterscheidet uns vom Leiter eines Kleintierzüchtervereins. Im Zentrum steht die Beziehung zu Jesus.
Simon antwortet: "Ja, Herr, du weißt, dass ich dich lieb habe!" Diese Liebe ist nicht vergleichbar mit der Liebe Jesu zu Petrus. Sie ist viel kleiner, viel gebrechlicher, viel unbeständiger. Und trotzdem: Petrus liebt Jesus. Das ist sein tiefstes Verlangen. Er hat nicht viel zu bieten, aber was er hat, gibt er Jesus. Und diese Liebe ist Jesus genug, dass er ihn in den Dienst nimmt.

Wenn heute über das Thema "Leiterschaft" gesprochen wird, dann fragt man meistens nach den Begabungen. Das ist natürlich auch nicht falsch. Aber dennoch gehört zum Leiten mehr als Begabung: Jesus lieben!

War Petrus begabt für die Aufgabe des Leitens? Er hatte ein großes Mundwerk, er war wankelmütig und er war zielstrebig. Gewisse Begabungen brachte er zweifelsohne mit. Aber entscheidend ist nicht seine Begabung, sondern seine Liebe zu Jesus.

Der griechische Text schließt uns noch weitere Entdeckungen auf: Interessanterweise wächst der Auftrag Jesu in dem Maße, in dem Petrus seine Schwachheit erkennt. Jesus fragt Petrus ein zweites Mal. Nun ist Petrus noch etwas vorsichtiger. Aber während ihn Jesus beim ersten Mal zum Hilfshirten eingesetzt hat, bekommt er nun die Verantwortung über die ganze Herde.
Vielleicht zweifelt ihr auch manchmal an eurer Begabung. Ich denke, dass jeder Leiter Situationen kennt, in denen er einsam und frustriert ist. Wen ein Leiter diese Situationen nicht kennt, frage ich ernsthaft nach, ob er wirklich ein Leiter ist. Jeder von uns kennt diese Situationen, in denen er am liebsten alles hinwerfen würde. Mir hilft es dann sehr zu beten und zu Jesus zu sagen: "Jesus, es ist Deine Sache. Ich brauche Dich. Ich bin meiner Aufgabe nicht mehr gewachsen, aber ich habe Dich lieb." Und dann erlebe ich, wie mir andere Christen Mut zusprechen oder wie sich Situationen klären.
Denkt daran: Das Wichtigste ist nicht, dass ihr alles toll managt und die Sache im Griff habt. Das Wichtigste ist, dass ihr Jesus lieb habt.

Geistlich leiten – stellvertretend leiten

In unserer Geschichte in Johannes 21 lesen wir, dass Jesus dem Petrus die Leitung seiner Gemeinde übergibt. "Weide meine Schafe" spricht Jesus zu Petrus. Das ist eine große Verantwortung. Aber eines müssen wir hier beachten: Es bleibt die Herde Jesu. Es bleibt die Gemeinde Jesu. Wie oft geschieht es, dass Leiter in Gemeinden und Jugendarbeiten das aus dem Blick verlieren! Gerade, wenn Leiter schon lange Zeit ihr Amt innehaben, kann es leicht passieren, dass sie die Gemeinde oder den Jugendkreis als ihre Gemeinde oder ihren Jugendkreis verstehen.
Wir bleiben Stellvertreter und wir bleiben unserem Herrn verantwortlich. Und deshalb müssen wir als Leiter an dieser Stelle ganz besonders sensibel sein. Es geht nicht darum, unsere Ideen und unsere Vorstellungen zu verwirklichen, sondern die Gemeinde oder den Jugendkreis im Auftrag Gottes zu leiten. Dieser Punkt erscheint mir besonders wichtig, wenn es um mögliche Veränderungen geht. Wie viele Veränderungen scheitern an unflexiblen und unbelehrbaren Leitern!

Geistlich leiten – Visionen teilen

Wir haben von der Grundvoraussetzung für das Amt eines Leiters gesprochen. Nun ist es natürlich nicht so, dass jeder Mensch, der Jesus lieb hat, automatisch ein Leiter wird. Wir lesen an verschiedenen Stellen davon, dass Jesus für Menschen in der Gemeinde unterschiedliche Aufgaben bereithält. Diese Aufgaben sind verbunden mit Gaben, die er jedem Menschen ganz individuell gegeben hat. Und dazu gehört auch die Gabe der Leiterschaft. Vielleicht kranken manche unserer Jugendarbeiten auch deshalb, weil ihr Leiter kein Leiter ist oder kein Leiter sein will.
Wenn ich die Gabe der Leiterschaft habe, dann werde ich mich nie mit dem Bestehenden einfach zufrieden geben. Ich werde immer überlegen: Was können wir noch verbessern? Was müssen wir verändern? Als Leiter brauche ich eine "heilige Unzufriedenheit". Ich erschrecke manchmal über die Selbstzufriedenheit und Lethargie, die in manchen unserer Kreise herrscht. Ich frage mich: Wo bleiben die Visionen?

Visionen entwickeln

Ein Leiter muss mehr sein als ein Verwalter oder ein Manager. Er muss einen "Pioniergeist" für das Evangelium haben. In der Bibel steht im Buch der Sprüche (29,18): "Wo keine Offenbarung ist, wird das Volk wild und wüst; aber wohl dem, der auf die Weisung achtet." Wir können mit unserer Jugendarbeit nur voran kommen, wenn wir Visionen haben, wohin wir wollen und sollen.

♦ Was hat Gott in den nächsten fünf Jahren mit uns vor?
♦ Was soll in fünf Jahren mit unserer Jugendarbeit sein?
♦ Worum geht es uns?
♦ Wo steuern wir hin?
♦ Wie kann unsere Jugendarbeit anziehend für andere Jugendliche werden?

Die Aufgabe eines geistlichen Leiters ist es, diese Fragen zu beantworten und Menschen zu motivieren, diese Visionen gemeinsam umzusetzen.
Ich erinnere mich noch sehr gut an das Gespräch mit meinem Jugendleiter kurz nachdem ich Christ wurde. Wir haben gemeinsam überlegt, welche Aufgabe für mich gut wäre. Er hat das nicht dem Zufall überlassen. Er hat mich ermutigt und motiviert, konkret in unserer Jugendarbeit mitzuarbeiten. Dieser Jugendleiter hatte eine Vision für unsere Arbeit. Er wollte Menschen für Jesus gewinnen und sie zu reifen Mitarbeitern machen.
Nun sind Visionen nicht irgendwelche spontanen Wunschgedanken, die mir in den Sinn kommen. Es sind Erkenntnisse, die ich aus der Bibel, aus dem Gebet und aus der Begegnung mit anderen Christen gewinne und die mir auf dem Herzen zu brennen beginnen. Es ist ein Bild meiner Jugendarbeit, das vor meinem inneren Auge entsteht.

Visionen teilen

Nun reicht es nicht aus, dass ich diese Erkenntnisse und Visionen habe. Als geistlicher Leiter ist es meine Aufgabe, dass ich andere in diese Visionen mit hineinnehme.
Beispiel:
Aus "Ich glaub´s" heraus entstand die Vision, eine bundesweite Veranstaltung zu gestalten, in der junge Menschen Jesus begegnen können. Überall in Deutschland werden zur gleichen Zeit Jugendliche sich sammeln und das Evangelium hören. Wir haben überlegt: Wen müssen wir für diese Vision zuerst gewinnen? Wie können wir diese Vision umsetzen. Am Ende stand "JesusHouse" da.
Ich hoffe, ihr habt für eure Jugendarbeit eine Vision vor eurem inneren Auge stehen. Die Frage ist: Wen muss ich zuerst für diese Vision gewinnen? Andere müssen klar und präzise sehen können, wie die Vision ist. Erst wenn sie diese Vision teilen, werden sie auch die Arbeit auf dem Weg dorthin aufnehmen. Unsere Aufgabe ist es, ihnen die Zukunft unserer Jugendarbeit vor Augen zu malen, ihnen sagen, wie wir mit unserer Arbeit dorthin wollen und ihnen sagen, wie es sein wird, wenn wir dort ankommen.
Unsere Aufgabe als Leiter ist es, andere in Visionen einzubeziehen und sie auf dem Weg dorthin zu begleiten. Deshalb darf unsere Frage im Blick auf eine Aufgabe nie lauten: "Kann ich das auch alleine tun?"
Die Frage muss lauten: "Kann ich das auch mit einem anderen zusammen tun?"

Geistlich leiten – Stelle dich der Herausforderung!

Nun werden mich manche vielleicht als einen unrealistischen Träumer abtun. "Der kennt unsere Situation ja gar nicht! Der weiß ja gar nicht, wie schwer das alles bei uns ist!" Das stimmt! Ich kenne die Situationen eurer Jugendarbeiten nicht. Und natürlich könnte man hinter alles, was ich sage, ein "Aber" setzen! Und vielleicht ist das auch ein Problem, dass wir oft sehr schnell dabei sind zu sagen: "Das geht bei uns nicht!". Ich denke, wir sollten vielmehr überlegen: "Wie kann ich die Herausforderungen meiner Leitungsaufgabe annehmen?" Wir sollten nicht zu schnell sagen: "Das geht bei uns nicht!" Wir sollten viel mehr fragen: "Wie kann es bei uns gehen?"
Es ist ein unglaubliches Vorrecht, dass ihr diese Aufgabe der Leitung habt. Gott hat euch etwas Großes anvertraut. Und diese Aufgabe gilt es, bewusst und konkret zu gestalten. Man kann einen Jugendkreis verwalten. Man kann auch auf Sparflamme gehen und nur das Nötigste tun. Wir brauchen uns dann aber auch nicht zu wundern, dass nichts passiert. Geistliche Leiterschaft hat auch viel mit Leidenschaft zu tun! Dein ganzer Einsatz ist gefragt.
Im Zusammenhang mit Jugendwochen frage ich die Jugendleiter: Wie läuft es mit der Vorbereitung? Meistens höre ich dann. "Es geht ganz gut, aber ich muss die Leute immer wieder motivieren und treten. Von alleine läuft nichts." Ich habe mir oft Gedanken darüber gemacht, wie das anders gehen könnte. Aber inzwischen meine ich: Das ist die Aufgabe eines Leiters. Der Leiter wird immer voran gehen und andere motivieren müssen.
Der Leiter wird auch immer ein Stück einsam sein. Mir hat ein geschätzter Mensch auf den Weg mitgegeben: "Du wirst als Leiter oft einsam sein!"

Das habe ich nie vergessen. Und das hilft mir auch, die Sache in manchen Situationen nüchterner einzuordnen und zu sagen: "Jawoll, das ist so! Wenn ich diese Einsamkeit nicht ertragen möchte, kann ich nicht Leiter sein." Denkt einmal darüber nach, dass ihr gemeinsam mit anderen Leitern die Leiterschaft seid, die die geistliche Landschaft verändern kann. Überlegt einmal, was passiert, wenn ihr euch regelmäßig trefft und austauscht, wenn ihr füreinander betet und euch gegenseitig unterstützen könnt. Und was wird geschehen, wenn ihr euch miteinander einig seid, dass die Arbeit im EC nicht in erster Freizeitbeschäftigung für junge Leute ist, sondern dass es euer Ziel ist, Menschen für Jesus zu gewinnen und junge Christen im Glauben zu stärken. Allein werdet ihr damit vermutlich Probleme haben. Aber wenn ihr euch in diesem Kreis oder in regionalen Zellen zusammentut und miteinander betet und euch gegenseitig ermutigt, dann werdet ihr eine große Stärkung erleben für eure Arbeit an eurem Ort.
Das lässt sich nicht verordnen. Das lässt sich nicht erreichen durch angeordnete Treffen oder Appelle von irgendwelchen Hauptamtlichen. Das lässt sich nur erreichen, wenn ihr gemeinsam diese Vision habt und eure Aufgabe als geistliche Leiter bewusst wahr nehmt.

Zum Weiterdenken:

David als Leiter

• Der Glaube lässt den Leiter selbstbewusst und mit natürlicher Autorität auftreten, reden, überzeugen und handeln. (1. Samuel 17)
• Der Leiter überlässt Gott das Handeln und zeigt Größe, indem er nicht mit Gewalt in das Handeln Gottes eingreift oder die Dinge selbst in die Hand nimmt. (1. Sam. 24)
• Der Leiter verliert nicht sein Selbstbewusstsein durch Versagen und Schuld, sondern kann dazu stehen, die Schuld bekennen und fröhlich von der Vergebung leben. (2. Sam. 12)
• Der Leiter übernimmt Verantwortung und weicht schwierigen Situationen nicht aus. Er lebt totale Hingabe und überlässt sich dem Erbarmen Gottes. (2. Sam. 24) A
• Auch des Leiters Selbstbewusstsein schwankt. Der Leiter gibt sich mit seinen Zweifeln und Schwankungen in die Hand Gottes und verlässt sich auf Gottes Handeln. (2. Sam. 15)
• Das Selbstbewusstsein des Leiters hat seinen Ursprung allein in der Berufung durch Gott und seinen Erhalt in der Vollmacht des Heiligen Geistes. (1. Sam. 16)
• Der Leiter kann sich der Verheißung gewiss sein und voller Hoffnung leben und arbeiten. Der Herr wird bleibende Frucht schaffen. (2. Sam. 7)
• Der Leiter definiert sich nicht durch seine Leistung, sondern von seinem Auftrag her und durch die Verheißung Gottes. (2. Sam. 7)
• Der Leiter ist voller Demut über seine Berufung glücklich, erkennt die Größe der Berufung und kommt darüber zum Lob des einzigartigen Gottes. (2. Sam. 7)

(Aus der Zeitschrift Dran 5/97 Abdruck mit freundlicher Genehmigung des Bundes-Verlages, Witten)

Literatur:
Bo Boshers: „Jugendarbeit im Jahr 2000X“(Projektion J - 14,95 Euro)
Magnus Malm: „Gott braucht keine Helden“ (Brockhaus-Verlag, Reihe „Aufatmen“ - 14,90 Euro)

© Deutscher EC-Verband. Verbreitung und Veröffentlichung, auch auszugsweise, nur mit Erlaubnis. Bestellung und Download über www.ec-jugend.de > Material > Downloads > Bausteine.

Anmerkungen zum Artikel Geistliche Leiterschaft | Selbst was schreiben

Artikel vom 03.07.2013

Angehängte Dateien:

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