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Artikel: Mitarbeiter werden - Mitarbeiter sein

Mitarbeiter werden - Mitarbeiter sein

Steine im Tempel Gottes

Ein Mitarbeiter wurde mit seiner Gemeinde immer unzufriedener. Er sah die Fehler der anderen. Er stellte sich Gemeindearbeit insgesamt anders vor. Es hatte sich viel verändert in den letzten Jahren. Es war nicht mehr wie früher. Immer mehr zog er sich aus der Gemeinde zurück.

Eines Nachts hatte er einen Traum. Ein Engel führte ihn empor zum Haus Gottes. Es war ein wunderschöner Tempel. Der Mann war fasziniert von dieser Schönheit. Nur an einer Stelle bemerkte er ein hässliches kleines Loch. Ein Stein fehlte. Er fragte den Engel: "Woher kommt diese Lücke?" Da antwortete ihm der Engel: "Diese Lücke ist entstanden, als du dich aus der Gemeinde zurückzogst. Gott wollte dich an diesem Platz, aber du hast nur die Fehler der anderen gesehen. Vor lauter Groll konntest du deinen eigenen Platz nicht ausfüllen."

Ich entdecke, dass an vielen Stellen Mitarbeiter nur noch halbherzig bei der Sache sind. Bei vielen hat sich Frust breit gemacht oder andere Dinge sind ihnen wichtiger geworden. Viele Christen sind nicht mehr bereit, sich in die Gemeinde zu investieren. Sie wollen höchstens noch profitieren. Aus Mitarbeitern werden Konsumenten.
Dann pfeift der Wind durch die Lücken, die entstehen. Es wird zugig, kalt und unattraktiv. Der Tempel Gottes bekommt Löcher. Nun wissen wir auch, dass Ruinen allenfalls zur Besichtigung dienen. Wohnen will da keiner drin. Es entsteht eine enorme Spannung, denn in unserer Gemeinde sollen Menschen ja gerade zu Hause sein können. Die Gemeinde soll ein Platz sein, an dem man Geborgenheit erfahren kann. Das ist umso wichtiger, je weniger Menschen ein wirkliches Zuhause erleben.

Der 1. Petrusbrief zeigt uns eine Perspektive auf, wie die Gemeinde attraktiv und zur Heimat werden kann:
Petrus 2, 4+5: "Zu ihm (Jesus) kommt als zu dem lebendigen Stein, der von den Menschen verworfen ist, aber bei Gott auserwählt und kostbar. Und auch ihr als lebendige Steine erbaut euch zum geistlichen Hause und zur heiligen Priesterschaft zu opfern geistliche Opfer, die Gott wohlgefällig sind durch Jesus Christus"

Um zu einer wohnlichen Gemeinde zu werden, müssen wir zu allererst den Gastgeber in unsere Mitte lassen: Jesus Christus. Er ist der Stein im Gemäuer, der alles zusammenhält.Dieser, manchmal anstößige Stein muss Mittelpunkt sein. Das heißt: ich muss alle meine Formen, alle meine Traditionen und Liturgien kritisch abklopfen darauf, ob Jesus die Mitte ist. Er ist der Stein, der den ganzen Bau zusammenhält.

Das zweite ist, dass wir uns ganz in diesen Bau einbauen lassen. Es gibt hässliche Lücken im Bau Gottes, wenn sich einige Menschen zurückziehen, wenn manche meinen, es geht auch ohne Gemeinde. Es ist eben keine attraktive Gemeinde, wenn ein paar wenige die ganze Arbeit tun. In diesem Bau Gottes ist kein Stein ersetzlich, auch nicht durch hyperaktive Jugendbund- und Gemeindeleiter. Ein Haus kann nur mit vielen verschiedenen Steinen gebaut werden. So wird es ein Haus, an dem sich Gott freut. So wird es ein wohnliches Haus.

Dieses Wort aus dem 1. Petrusbrief ist ein Wort für frustrierte Mitarbeiter, die sich aus der Gemeinde- oder der Jugendarbeit zurückziehen wollen. Es ist ein Wort an die, die meinen sie müssten die Gemeinde alleine schmeißen. "Erbaut euch als lebendige Steine zu einem geistlichen Hause." Lasst euch einbauen in dieses große Haus Gottes!

Wer ist Mitarbeiter?
Es gibt in unseren Gemeinden oft die Unterscheidung zwischen einem Mitarbeiter und einem gewöhnlichen Teilnehmer. Die Grundsatzfrage lautet: Wer ist eigentlich Mitarbeiter? Einige Bibelstellen sollen uns bei der Klärung dieser Frage helfen:

Matthäus 28, 18ff: "Mir ist gegeben alle Gewalt im Himmel und auf Erden. Darum gehet hin und machet zu Jüngern alle Völker; taufet sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes und lehret sie halten alles, was ich euch befohlen habe. Und siehe, ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende."

Dieser grundsätzliche Auftrag ergeht an alle Christen. Jeder Christ ist Mitarbeiter Gottes. Jeder Christ ist Evangelist. Mission ist kein Spezialfach einiger besonders Berufener, sondern es ist der Grundauftrag an alle Jünger. Mission gehört zum Wesen des Glaubens.

Apg. 1,8: "Ihr werdet die Kraft des Heiligen Geistes empfangen, der auf euch kommen wird, und ihr werdet meine Zeugen sein in Jerusalem und in ganz Judäa und Samarien und bis an das Ende der Erde."
In diesem Vers wird deutlich, wohin die Jünger gesandt werden: Zuerst in ihr eigenes Volk, in ihre „Familie" (Jerusalem, Judäa); dann zu den umliegenden Heiden; dann in die ganze Welt. Das sind die Orte, in die wie als Mitarbeiter Gottes gesandt sind:
⇒ in die Familie
⇒ zu den "Christenheiden"
⇒ zu den Heiden in die ganze Welt

Matthäus 25, 14-30: Gott schickt uns nicht einfach ohne Ausrüstung ans Werk. Er begabt uns; er vertraut uns etwas an. Die Geschichte in Matth. 25 macht das deutlich: Ein Mann vertraut seinen Dienern sein Vermögen an. Alle bekommen unterschiedlich viel (5, 2 bzw. 1 Talente), aber jeder bekommt eine unvorstellbar große Summe. Klar: Es geht in diesem Gleichnis um Gott. Alle drei bekommen viel von Gott geschenkt. Die ersten beiden beginnen, ihre Talente einzusetzen . Es werden mehr, sie gewinnen dazu. Der dritte denkt: "Gott ist ungerecht. Die anderen haben mehr bekommen." Er vergräbt sein Talent. Als der Mann zurückkommt, fragt er sie, was sie aus den Talenten gemacht haben. Die ersten beiden bekommen exakt dieselbe Antwort: "Recht so, du tüchtiger und treuer Knecht, du bist über wenigem treu gewesen, ich will dich über viel setzen; geh hinein zu deines Herrn Freude!"

Es kommt nicht darauf an, wie viel wir daraus machen, sondern dass wir unsere Talente einsetzen. Als der dritte an die Reihe kommt, sagt er: "Ich wusste, dass du ein harter Mann bist. Du bist knickrig, aber du willst viel sehen!" Die erstaunte Antwort des Herrn gibt das Erstaunen Gottes wieder: "Du sagst ich bin ungerecht? Ich verlange von dir Dinge, die ich dir nicht gegeben habe?“
Wir haben also alle Talente von Gott bekommen. Diese Gaben sind zugleich unsere Aufgaben. Wir verwalten diese Gaben für Gott. Sie gehören uns nicht! Gott fragt uns, was wir aus diesen Gaben machen. Es kommt nicht darauf an, wie viel wir daraus machen, sondern dass wir sie treu verwalten und einsetzen.

1. Kor. 12, Eph. 4,11-16: Oft ist unser Problem, dass wir die Sicht haben, ein Mitarbeiter müsste alle Gaben haben. So eine Art christlicher Superman. Gott hat eine andere Vorstellung von einem Mitarbeiter. Es geht ihm nicht um einen christlichen Alleinunterhalter, sondern ein Glied an seinem Leib. 1. Kor. 12 verdeutlicht das! Die Gaben - und somit die Aufgaben - sind gut verteilt. Wenn ein Körper nur aus Augen bestehen würde, dann wäre das kein Mensch, es wäre ein Monster.

Wir haben unterschiedliche Gaben. Sie ergänzen sich. Das ist auch für die Evangelisation wichtig. Evangelisation ist Gemeinschaftssache. Verschiedene Gaben werden gebraucht: Dekoration, Gespräche, Musik, Verkauf, Anspiel, Beten,...

Mitarbeiter in der Gemeinde sind also keine Spezialisten oder besonders begabte, sondern jeder Christ ist Mitarbeiter und hat Gaben, die er einsetzen soll.

Mitarbeiter werden ist nicht schwer - Mitarbeiter sein dagegen sehr
Es ist oft nicht schwer, Mitarbeiter zu werden. Da fehlt beispielsweise ein Jungscharleiter. Es wird überlegt: Wer könnte das machen? Wenn aus Versehen jemand kein stichhaltiges Alibi hat, dann heißt es schnell: "Du hast Zeit, du machst es!" Es ist jedoch oft schwer als Mitarbeiter zu leben. Wir haben viel Action. Vielleicht sind wir jeden Abend in Sachen Gemeinde unterwegs. Nach einiger Zeit stellt sich etwas ein, das wir als "Burnout-Syndrom" bezeichnen.

Es ist also entscheidend, dass wir als Mitarbeiter eng an Jesus angebunden sind. Johannes 15,5: "Ich bin der Weinstock, ihr seid die Reben. Wer in mir bleibt und ich in ihm, der bringt viel Frucht; denn ohne mich könnt ihr nichts tun." Ohne diese Anbindung läuft nichts. Sonst wird unser Mitarbeiterdasein ausgehöhlt.

Feinde der Mitarbeiterschaft Es gibt drei Feinde der Mitarbeiterschaft:

Geschäftigkeit
Wir übernehmen Aufgaben. Wir übernehmen uns. Auf einmal sind wir hilflos zugeplant und Sklave unserer Termine. An diesem Punkt setzt der zweite Feind ein:

Trägheit Wir sind zu beschäftigt. Wir klagen darüber. Aber wir halten an dem Jetzt-Zustand fest. Genauso andersherum:

Aufschieben auf morgen
Wir wissen, dass wir eigentlich mehr tun könnten in der Gemeinde. Aber wir verschieben die Konsequenzen auf morgen. Wir wissen, dass wir uns in unserem Leben mit zweitrangigen Dingen beschäftigen, aber wir verschieben die wichtigen trotzdem immer auf morgen.

Diesen 3 Feinden gilt es zu begegnen. Alleine schaffen wir das nicht. Deshalb ist es wichtig, dass wir uns zusammentun. Wir bilden miteinander evangelistische Mitarbeiterzellen.
Wir bieten uns gegenseitig eine Lernkontrolle an. Mit diesen Zellen sind Kleingruppen gemeint, in denen wir uns gegenseitig ermutigen.(Bsp. Hauskreis). In Sprüche 27,17 steht: "Ein Messer wetzt das andere und ein Mann den anderen."

Ohne Vision keine Motivation
Wer in seinem Leben kein Ziel hat, der wird lebensmüde. Bei Mitarbeitern ist das genauso. Wer kein Ziel hat, verliert die Motivation. Entscheidend: Wir brauchen Visionen für unsere Arbeit.
Wohin soll unsere Arbeit gehen?
Welche Ziele haben wir?
Welches Bild der Zukunft habe ich für meine Gemeinde, für die Evangelisation? (Diese Überlegung ist besonders wichtig für die Nacharbeit).

Gott hat Ziele für unsere Arbeit. Einige haben wir vorher schon genannt (Matth. 28; Apg. 1,8). Glauben wir, dass Gott diese Ziele wahr macht? Erst dann sind wir wirklich motiviert. Auf die Motivation folgt die Konkretisierung (Wie erreichen wir diese Ziele?).
Ohne diese Visionen verwildert unsere Arbeit.

In Sprüche 28, 18 steht: "Wo keine Offenbarung ist, da wird das Volk wild und wüst, aber wohl dem, der auf die Weisung achtet."

© Deutscher EC-Verband. Verbreitung und Veröffentlichung, auch auszugsweise, nur mit Erlaubnis. Bestellung und Download über www.ec-jugend.de > Material > Downloads > Bausteine.

Anmerkungen zum Artikel Mitarbeiter werden - Mitarbeiter sein | Selbst was schreiben

Artikel vom 12.09.2013

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