Moin

hast du manchmal den Eindruck, dass keinen Unterschied macht, Kids/ Teens/ Jugendliche mit Gottes guter Nachricht in Verbindung zu bringen? Davon zu reden, so zu leben und zu handeln? Viel Arbeit in Gruppenstunden, Freizeiten etc. zu investieren? Dazu schenke ich dir heute eine selbst erlebte (Familien)Geschichte.

Dein Heiko – mit Gruß von Stephan.

Unser Gott macht keinen Unterschied

Auf einer unserer (Sohn 01 und Heiko) Klinikbusfahrten …
Der Bus ist mal wieder zu voll, kaum ein Durchkommen. Wir sitzen in der Nähe des Platzes für Kinderwagen, Rollstuhl, Fahrrad o.ä. Zwei Frauen mit Kopftuch und jeweils mehreren Kindern, je eines davon im Kinderwagen, teilen sich den Platz mit einem älteren Herrn mit Rollator, der eher krampfhaft versucht, darauf auch in den Kurven sitzen zu bleiben. Rund herum stehen viele Leute mit vollen Einkaufstaschen etc.
Dann steigen einige junge Männer ein, Bierdosen in der Hand und anscheinend schon zu viel Alkohol im Blut. Sie sind laut, vulgär und bekommen sich nicht mehr so koordiniert, dass sie bodycheckfrei durch die Menschenmenge in den Bus kommen Mit den beiden Müttern im Blick beginnen sie lautstark über „Kopftuchweiber“ zu schimpfen, die ja sowieso alle nur Terroristen aufziehen, grundsätzlich fanatisch, hässlich und …. sind. Deswegen nehmen die hier auch im Bus allen den Platz weg und lassen gute deutsche Männer nicht durch. Mit voller Absicht, um uns zu zeigen, dass die Islamisierung voran schreitet. Man dürfe hier als Deutscher ja eh gar nichts mehr und … 
Sohn 01 hatte schon beim Anblick der „Herren“ gefragt, warum die sich so komisch bewegen. Dazu kamen viele weitere Fragen, die aber in der allgemeinen „deutschen Lautstärke“ untergingen. Mitten in eine (sicher stilistische) Pause der betrunkenen Pöbler, fragt er deswegen so laut, dass man es im ganzen Bus hören kann: „Papa, warum sind die so gemein?“ Kurze Stille, dann vereinzeltes Gelächter – und neuer Mut bei zwei Menschen, die aufstehen, sich den Jungs in den Weg stellen und sie – verdattert, wie sie auf einmal sind – zum Mund-Halten bewegen können.
Kurze Zeit später hat Sohn 01 sich wieder beruhigt und singt leise vor sich hin. Ich frage, was er da singt. „Papa das weisst du doch. Das habe ich heute morgen doch immer gehört das Lied.“ Stimmt, jetzt erkenne ichs auch, denke ich und muss kurz ein Tränchen verdrücken, als mir der Text bewusst wird:
1. Ob Mann oder Frau, Mädchen oder Junge,
Gott liebt alle Menschen, Gott liebt alle gleich.
2. Ob dunkel oder blond, lockig oder grade,
Gott liebt alle Menschen, Gott liebt alle gleich.
3. Ob Klein oder Groß, 1. Klasse oder Abi,
Gott liebt alle Menschen, Gott liebt alle gleich.
4. Ob dick oder dünn, hier oder zu Hause,
Gott liebt alle Menschen, Gott liebt alle gleich.
Ref.: Unser Gott macht keinen Unterschied,
unser Gott hat ein großes Herz,
weil unser Gott die Menschen liebt,
machen wir es so wie er.
(Text & Musik: © Daniel Kallauch, VOLLTREFFER, 45529 Hattingen)
Was ist bei den ganzen wütenden, angstbesetzten, hasserfüllten, fakenewsgläubigen, nicht reflektierenden, moralische Grenzen überschreitenden, sich immer im Recht wähnenden, gewaltbereiten … Fremdschämdeutschen bloß passiert, dass sie so sind?

Machen Lieder keinen Unterschied?

Welche Lieder singt ihr in deiner Gruppe gern?
Ob ihr die mal genau unter die Lupe nehmen wollt, was da alles so an Zusagen, Herausforderungen und Handlungsmöglichkeiten drin steckt?
Wenn ihr euch dann gemeinsam vornehmt, den Inhalt dieses Liedes und er kommenden Woche konkret praktisch in die Tat umzusetzen … das gibt eine spannende Berichts- und Austauschrunde beim kommenden Treffen.

Wirklich witzig?! – Kindermund

In seiner Predigt am Pfingstfest schildert Pfarrer Krause, wie der Heilige Geist sich als feurige Zunge auf den Köpfen der Apostel niederließ. Da flüstert Hans dem Emil während eines Liedes zu: „Jetzt weiß ich, warum die Mönche Tonsuren tragen.“


Heiko Metz

Heiko Metz

war Jugendpastor, Landesreferent für die Arbeit mit Kindern und hat eine Kinderfreizeiteinrichtung für benachteiligte Kinder in einer deutschen Großstadt geleitet. Er engagiert sich bei Compassion als Gemeindereferent und ist Lehrbeauftragter für Gemeindepädagogik/ Arbeit mit Kindern und Jugendlichen an der Evangelischen Hochschule TABOR. Er liebt Kaffee, Jaguare (zum Fahren, nicht unbedingt die Tiere), Bücher, Eis, Single Malt Whisky und staunt immer wieder neu über Gottes Liebe zu den Kindern dieser Welt.

2 Comments

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Jürgen Fiebig · 12. Juni 2019 at 17:13

Mal abgesehen von „Wirklich witzig? – Kindermund“, wo Ihr schon selbst das große „?“ gleich mit angeführt habt … und das ist echt gar nicht „witzig“, sondern eher nachdenklich … – empfinde ich die von Euch geschilderte Situation im Bus als sehr primitiv und vor allem einseitig rassistisch rübergebracht und habe absolut kein Verständnis dafür, was Ihr hier versucht rüberzubringen, – denn es ist echt beschämend, wie Ihr hier die Tatsachen verdreht und Euch auch noch dabei versucht politisch beeinflussend zu betätigen, was der Kirche nicht zusteht und Euch schon gleich viermal nicht … – … ich bin echt enttäuscht, dass Ihr jetzt auch noch eins auf „Stimmungsmache“ macht …

    Heiko Metz

    Heiko Metz · 15. Juni 2019 at 11:17

    Hallo Jürgen – es tut mir leid, dass dich mein geschildertes Erlebnis so erregt, das war nicht beabsichtigt. Allerdings ist mir nicht so richtig klar, was du meinst – z.B. welche Tatsachen ich hier deiner Meinung nach verdrehe. Jetzt ist die Kommentarspalte vielleicht nicht der richtige Ort, solch fundamentale Kritik auszudiskutieren, aber wenn du magst, lass uns gern in einen Mailaustausch oder ein Gespräch am Telefon einsteigen, damit wir uns gegenseitig besser verstehen und dann ordentlich über die Sachfragen sprechen können. herzliche Einladung dazu.

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