Moin!

Es ist endlich wieder so weit. Die neue Jugendleitermail ist da. Sicher hast du sehnsüchtig darauf gewartet und freust dich jetzt, wie ein kleines Kind beim Geburtstagsgeschenkeauspacken … Verstehen wir, geht uns auch so 😉
Aber heute ist mal alles etwas anders als gewohnt: Wir starten etwas Brandneues! Viermal im Jahr wollen wir euch ab jetzt ein einem kurzen Interview eine inspirierende Jugendleiterin/ einen inspirierenden Jugendleiter vorstellen.
Ich hoffe, ihr seid genauso begeistert von diesen kreativen, mutigen, treuen, verrückten … Menschen, wie ich das nach den ersten Interviews bin – und werdet von ihnen so richtig ordentlich ermutigt.
Das ist unser Ziel für euch, für dich!

Dein Heiko (und das ganze Jugendleiterteam, das sich dieses neue Format hier für dich ausgedacht hat und schon seeeeeeeeeeeeeeeeeeeeehr gespannt auf deine Rückmeldung dazu ist. Gern einfach unten in den Kommentaren)

Interview mit Paddy

Hey – danke, dass du dir Zeit für ein Jugendleitermail-Interview nimmst. Erzähl uns doch bitte am Anfang mal: Wer bist du eigentlich?

Mein Name ist Patrick Senner und ich arbeite als Referent für den EC Niedersachsen. Ich bin verheiratet, Future Dad, habe eine Eidechse, einen Hund (gebraucht von eBay Kleinanzeigen) und quasi ein Pferd (es gehört meiner Frau). In meiner Freizeit mache ich gerne etwas mit Freunden, liebe Klippenspringen (in Niedersachsen definitiv schwierig) und engagiere mich für faire Kleidung.

Was machst du im Bereich Arbeit mit Kindern und Jugendlichen?

Für den EC Niedersachsen begleite ich drei Netzwerke, die verschiedene Kinder- & Jugendarbeiten innerhalb von Niedersachsen connecten. Dort begleite und coache ich junge Leiter, pumpe lässige Inhalte, veranstalte Freizeiten & Seminare und produziere gerne nicen Content im Bereich Merchandise und Insta.

Wie lange machst du das schon?

Seit 2 1⁄2 Jahren arbeite ich für den EC Niedersachsen. Davor war ich 2 Jahre in Hessen Landesjungscharreferent und in einer Gemeinde tätig.
All in All arbeite ich gut 5 Jahre seit Studienende in Marburg (B.A. EV Theologie in TABOR).

Kannst du dich daran erinnern, was dich ganz am Anfang dazu ermutigt hat, in die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen einzusteigen?

Andere Referenten. Ich wollte immer wo werden, wie „die Leuchttürme“ der Jugendarbeit im EC Ostfriesland. Sie haben in mein Leben geschienen. Damals konnte ich mir nix geiles vorstellen, als krasse Events kicken, viel mit Jesus erleben und dafür noch Geld zu erhalten. Grande.

Letztendlich waren es EC Referenten und viele Menschen in meiner damaligen Gemeinde, die etwas in mir gesehen haben, mir Aufgaben mit Verantwortung gaben und mich frühestmöglich ernstnahmen. Ihnen war nicht wichtig, ob ich „alt genug“ war, irgendwelche Qualifikationen vorweisen konnte. Sie haben mir Dinge ermöglicht, die für mich niemals vorstellbar waren. Sie haben mir eine verlässliche Gemeinschaft garantiert und mich in dieser großgezogen.

Was hält dich auf Dauer dabei? Was ermutigt dich, dran zu bleiben?

Definitiv die überregionale Arbeit, bei der ich als Referent immer wieder erlebe, dass es „viel viel mehr gibt“, als nur „meinen kleinen Ort XY“. Menschen inspirieren mich, ich höre Jesus durch sie reden und sehe ihn durch sie handeln. Wenn ich für mich alleine bliebe, würde ich aufgeben. Auch jetzt – Jahre nach meiner Jugend in good old Ostfriesland – investieren Menschen in mein Leben: Meine Frau, meine Kollegen im EC und meine Coaches ermutigen mich, sehen etwas in mir und helfen mir in den „dunklen Nächten meiner Seele“ die guten Spuren Gottes in meinem Leben zu sehen und arbeiten treu mit mir an meinem Charakter. Das hilft mir dran zu bleiben. Ebenso guter Inhalt durch persönliche Weiterbildung im Bereich Leitung und Nachfolge – vor allem durch Podcasts und richtig gute zeitgemäße Literatur, die meine Sprache spricht, um gute Inhalte zu liefern.

Kannst du ein Erlebnis aus der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen erzählen, was dich besonders ermutigt hat?

Ich habe unser EC Teencamp 2019 vor Augen, bei dem ich 2 junge Männer (17 und 18 Jahre) vor Augen habe. Der eine war das erste mal Mitarbeiter, wurde aus meiner Sicht von vielen unterschätzt und ist auf diesem Camp durch gute Begleitung kilometerweit gewachsen. Dabei sein zu dürfen, sowas zu erleben, solche Wachstumsprozesse zu initiieren, dass ist das Größte für mich. Und der zweite junge Mann wurde von mir auf dem Camp gefragt, ob er 2020 mein Mitarbeiter sein möchte. Das hat in ihm gewaltiges ausgelöst. Das zu sehen, erfüllt mich mit Freude, treibt mich an und rechtfertigt jede müde Überstunde. Dafür lebe und arbeite ich.

Was hat dich in deiner Arbeit mit Kindern und Jugendlichen am meisten herausgefordert – und wie bist du damit umgegangen?

Mich fordert heraus, dass Prozesse manchmal länger dauern, als mir lieb ist. 100 Ideen zu haben ist nicht, das Problem. Aber EINE davon richtig gut auf die Strecke zu bringen und alle Konsequenzen und Nacharbeiten gesund und nachhaltig durchzuhalten ist schwer. Viele haben tolle Ideen, aber nur einer hat Facebook/ Instagram erfunden. Ich finde es elementar, seine Ideen zu sortieren und mit Gott und Mitarbeitern im Gespräch zu sein, was für den Zeitraum XY die EINE Idee ist. Und dann gibt es nur ein Gas: Vollgas.

Mich fordert zudem heraus, dass aus meiner Wahrnehmung heraus viele Jugendarbeiten Probleme haben, Menschen inhaltlich zu erreichen, Inhalte so zu formulieren, dass sie wirklich mitten in das Herz junger Menschen treffen und dort wie Samenkörner aufgehen. Ich habe manchmal das Gefühl, dass wir alles versuchen, um an der Form von Jugendarbeit zu basteln, dabei aber inhaltlich auf der Strecke bleiben. Wir brauchen gerade im Bereich der Ethik junge Leiter, die mit ihren Kreisen inhaltlich so arbeiten, dass sie Antworten und Lebenshilfen für die Fragen und die Kultur junger Menschen und dabei auch bekannte Rahmen verlassen, weil die Bibel viele unser heutigen Lebenswelten nicht kennt und deswegen nicht 1:1 übertragbare Antworten hat. Wir brauchen Leiter, die mutig Inhalte formulieren, Entscheidungen für Fragen treffen, auf die es bisher keine Antwort gibt, ohne zu wissen, ob ihre Antwort am Ende die richtige ist. Deswegen gilt es für junge Leiter mit Bonhoeffer zu beten, dass Gott aus unseren Gedanken und Taten Gutes entstehen lässt.

Was sind für dich die drei Hauptfaktoren für eine erfolgreiche Arbeit mit Kindern und Jugendlichen?

1. Treue – gerade im Kleinen und zu Gott.
2. MIT ihnen zusammenarbeiten, nicht FÜR sie.
3. Frühstmöglich Verantwortung übernehmen und delegieren.

Was kannst du Mitarbeitenden wärmstens empfehlen?

Eine meiner Lieblingsthemen: Nice Bildung für Junge Leiter/ Nachfolger:

Podcasts:
Theologische Hammer 
(für Auto, Zug, Rad… Theologie am Zahn der Zeit): Worthaus (Dietz & Zimmer), Faszination Jesus (Hartl) // Unterwegs (TABOR Podcast) // Neolog
Gute Talks: Hossa Talk// Mosaik// Offenbart
Politische Bildung: Lage der Nation
Fürs Herz: Stay on Fire // ICF Muenchen (T. Teichen)
Gute Lebensberichte (es ist wichtig, sich als Leiter von Anderen inspirieren zu lassen – egal ob Christ oder nicht): Hotel Matze // Deutschland 3000 // OMR // Frau Bauerfeind hat Fragen// Redezeit// Fynn Kliemann – Podcast zum Album
Für Bildung: TED Talks // Ecclesiopreneur Podcast
Zum Lachen und dafür ein Gespür zu entwicklen, was gerade in Medien aktuell ist: Gemischtes Hack // Fest & Flauschig // Alle Wege führen nach Ruhm // Podcast Ufo
Jugendarbeit: Jugendleiter-Podcast

Literatur für Leiter:
– Exponential (Wachstum von Leitern und Gemeinden)
– Sünde (Dietz)
– Weiterglauben (Dietz)
– Gott braucht dich nicht (Esther M. Magnis – Thema Leid) – Einfach Gebet (Hartl)
– Generation Lobpreis (Faix)
– Frag immer erst warum (Sinek)
– Theorie U (Scharmer)
– Bibel – geht immer

Vielen Dank dir für deine Antworten – und deinen Einsatz für Kinder und Jugendliche!


Heiko Metz

Heiko Metz

war Jugendpastor, Landesreferent für die Arbeit mit Kindern und hat eine Kinderfreizeiteinrichtung für benachteiligte Kinder in einer deutschen Großstadt geleitet. Er engagiert sich bei Compassion als Gemeindereferent und ist Lehrbeauftragter für Gemeindepädagogik/ Arbeit mit Kindern und Jugendlichen an der Evangelischen Hochschule TABOR. Er liebt Kaffee, Jaguare (zum Fahren, nicht unbedingt die Tiere), Bücher, Eis, Single Malt Whisky und staunt immer wieder neu über Gottes Liebe zu den Kindern dieser Welt. Mehr über ihn gibt es unter www.heikometz.net

2 Comments

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Jürgen Fiebig · 2. Oktober 2019 at 20:34

Hey – wo ist der WITZ ???! – Doch nicht der Paddy da ?! :-)))))

Stephan

Stephan · 21. Oktober 2019 at 15:44

Hey Paddy, danke für deine drei genialen Punkte:
1. Treue – gerade im Kleinen und zu Gott.
2. MIT ihnen zusammenarbeiten, nicht FÜR sie.
3. Frühstmöglich Verantwortung übernehmen und delegieren.

Vor allem der erste Punkt ist das allerwichtigste.
dir weiterhin Gottes fetten Segen!
Stephan

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