Hallo …

hast du in den letzten Tagen vor irgend etwas Angst gehabt? Wer ehrlich ist, der weiß, Angst ist unser ständiger Begleiter. Ständig machen wir uns um irgendetwas Sorgen, haben Angst vor Situationen, menschen etc.

Angst.
Jeder kennt sie, jeder hat sie. 
Wer behauptet keine zu haben, hat nur Angst ausgelacht zu werden.

Angst ist wie ein Luftballon. Sie bläht sich immer mehr auf. Je mehr sie sich aufbläht, desto wichtiger erscheint sie. Desto bedrohlicher und ernster. Desto mehr versperrt sie mir die Sicht auf alles andere.

Das kann ganz schön nerven. Das kann mich aber auch lähmen und mir den Blick auf den versperren, der mir alle (unberechtigte) Angst nehmen kann und will.

Wie du mit deiner Angst umgehen kannst – darum gehts in der heutigen JLM – viel Spaß und Segen beim Lesen!

Dein
Stephan und Heiko

1. Ein Wort zur Ermutigung

Du bist mein Schirm, du wirst mich vor Angst behüten, dass ich errettet gar fröhlich rühmen kann.
Ps 32,7

2. Und dann singt jemand Mut herbei

„Es war vormittags, so gegen 9 Uhr. Ich ging quer durch die große Bahnhofshalle. An meiner rechten Hand hielt sich mein kleiner Junge, an die linke klammerte sich mein Töchterchen fest, damit es im Gedränge nicht losgerissen würde.
Die weite Halle machte den beiden kleinen Trabanten sichtlich Eindruck. Das dumpfe Gemurmel der Menschenmenge gab einen verworrenen Widerhall. Da meinten die beiden, sie müssten doch einmal ausprobieren, ob ihre Stimmen auch so schön hallen in diesem weiten Raum.
Also stieß bald der Junge, bald das Mädchen einen hellen Juchzer aus. Und sie freuten sich königlich an dem gewünschten Erfolg. 
Aber so ein Juchzer ist schnell vorüber. Und darum war der Genuss immer nur kurz. Um ihn auszudehnen gingen sie zu einem Liede über. Das kleine Mädchen stimmte an, und der Junge fiel mit seiner lauten hellen Stimme ein: „Harre meine Seele, / harre des Herrn! / Alles ihm befehle, / hilft er doch so gern…!“ /
Das war natürlich eine ungewohnte Melodie, vormittags um neun Uhr in der Bahnhofshalle. Wenn da eine Lokomotive gellend zischte, wenn ein Verkäufer seine Ware anpries, wenn jemand unbekümmert den allerneusten Schlager pfiff -, da drehte sich natürlich kein Mensch um.
Aber ein geistliches Lied! In der Bahnhofshalle! Schallend gesungen von zwei hellen Kinderstimmen – das gab schon einiges Aufsehen. Etliche lächelten, ein paar guckten verlegen, wieder andere schüttelten den Kopf. 
Die Kinder ließ das völlig unbekümmert; fröhlich sangen sie weiter:“ …größer als der Helfer / ist die Not ja nicht.“ Da ging ein Bergmann vorbei. Er hatte wohl den Weg quer durch die Bahnhofshalle gewählt, um schneller heimzukommen. Mit seinem müden Gang, seinem gesenkten Kopf und den hängenden Schultern sah er aus, als wenn unsichtbare Lasten auf ihn drückten…
Jetzt drang der Gesang an sein Ohr. Er blieb stehen. Ernst schaute er auf die Kinder. Es war, als wolle er dieses Lied in sich hineintrinken: „…rett´ auch meine Seele, / du treuer Gott.“ – Dann ging er weiter. Ganz anders auf einmal … als wenn er aus einer Quelle getrunken hätte! Und da wusste ich, dass die beiden Kinder in aller Dummheit und Schwachheit etwas Großes vollbracht hatten.
Am Nachmittag besuchte mich ein lieber Gast von auswärts.
„Mann,“sagte er, „ich muss dir mal eine köstliche Geschichte erzählen. Heute morgen als ich auf eurem Hauptbahnhof ankam, war ich ein sehr verdrießlicher und sorgenbeladener Mann. Es war mir verschiedenes quergegangen. Als ich nun so recht betrübt durch die Sperre gehe, da klingt es an mein Ohr: „In allen Stürmen, / in allen Not / wird er dich beschirmen / der treue Gott.“
Das hallte durch die Bahnhofshalle, als wenn vom Himmel herab eine Stimme zu mir sprechen wollte. Es müssen wohl Kinder gewesen sein, die irgendwo sangen. Ich habe sie im Gedränge nicht sehen können. Aber ich habe da alle meine Sorgen auf meinen himmlischen Herrn geworfen und bin fröhlich weitergegangen.“
Ich aber bin schnell zu meinen Kindern gelaufen und habe ihnen einen kräftigen Kuss gegeben.“

(aus „Pastor Wilhelm Busch erzählte – Sammelband (ISBN 978-3791810218), S. 15-17.)

3. Tipp für die Praxis

Angst wegsingen … das klappt wirklich. 
Studien können belegen, dass Singen eine Art Stressbewältigung ist, die mir auch hilft, Angst abzubauen. 
Wenn es dann noch ein Lied ist, das von meinem starken Gott handelt, der mit mir ist, der mich beschirmt und aus dessen Hand ich nicht fallen kann, dann hat meine Angst kaum noch eine Chance.

Welches Lied könntest du bei Angst singen (laut oder wenigstens leise in deinem Kopf), das dir die Angst vertreibt? 
Such dir gleich eins raus und probiers mal. 

(Heiko)

4. Echt witzig

Sagt ein Mann zum anderen: „Neulich war ich in der Wüste. Da kommt mir plötzlich ein Löwe entgegen. Ich renn los. Auf eine Palme zu, der Löwe rutscht aus. Ich renn weiter, der Löwe rutscht aus. Da bin ich nur noch einen Meter von der Palme entfernt, der Löwe rutscht wieder aus. Und dann war ich Gott sei Dank endlich auf der Palme.“
„Das ist ja toll“, sagt der Andere, „Also wenn mir des passiert wäre, ich hätte mich voll angeschissen.“
„Ja auf was – glaubst du – ist der Löwe wohl ausgerutscht?“

5. Copyright

Die Jugendleitermail das Jugendleiternetz sind ein kostenloses Angebot für Mitarbeiter in der Jugend- und Gemeindearbeit – erstellt von Lebenstraum – Jahr der Orientierung (www.dein-lebenstraum.com) und der Ev. Hochschule Tabor / Marburg (www.eh-tabor.de)


Heiko Metz

Heiko Metz

war Jugendpastor, Landesreferent für die Arbeit mit Kindern und hat eine Kinderfreizeiteinrichtung für benachteiligte Kinder in einer deutschen Großstadt geleitet. Er engagiert sich bei Compassion als Gemeindereferent und ist Lehrbeauftragter für Gemeindepädagogik/ Arbeit mit Kindern und Jugendlichen an der Evangelischen Hochschule TABOR. Er liebt Kaffee, Jaguare (zum Fahren, nicht unbedingt die Tiere), Bücher, Eis, Single Malt Whisky und staunt immer wieder neu über Gottes Liebe zu den Kindern dieser Welt.

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