Hey!

heute feiern wir den Reformationstag … vor 501 Jahren schlug Martin Luther die 95 Thesen an die Kirchentür in Wittenberg. Auch ich (Stephan) hatte in meinem Leben ein grundlegendes Erlebnis – ähnlich wie Martin Luther, das mein Denken auf den Kopf stellte. Davon kannst du unten lesen. 
Wir wünschen dir eine gesegnete und bewahrte Woche!
Dein
Heiko und Stephan

1. Ein Wort zur Ermutigung

Wir werden ohne Verdienst gerecht aus seiner Gnade durch die Erlösung, die durch Christus Jesus geschehen ist.
Römer 3,24

2. Angenommen ohne Leistung

Im Jahr 1515 saß Martin Luther in seinem Studierzimmer über den Römerbrief gebeugt. Je mehr er darin las und studierte, desto mehr wurde ihm bewusst, wie falsch seine bisherige Überzeugung gewesen war: „Wir werden von Gott angenommen – nicht durch unsere guten Werke, sondern ganz ohne Vorbedingung“. Diese Erkenntnis – auch das „Turmerlebnis“ genannt war der Auslöser und Motor hinter der Reformation.

Der Römerbrief – und die Erkenntnisse Martin Luthers – spielten auch in meinem Leben eine wichtige Rolle.

Ich bin in einem sehr guten Elternhaus aufgewachsen. Meine Eltern waren Christen – sie setzten sich voll und ganz für das Reich Gottes ein.

Wir waren als Familie in der Kirchengemeinde – mein Vater war 30 Jahre lang Vorsitzender des örtlichen CVJM – unsere ganze Familie engagierte sich in verschiedenen Gemeinden – ich selbst landete schließlich im EC und der LKG.

Die Kehrseite dieses Lebensstils war, dass es sehr stark darum ging, Gott und den Menschen zu dienen. Wir waren immer auf der Matte. Haben immer mit angepackt. Wir waren immer für andere da.

Es ging um das Handeln – es ging nicht so sehr um die Beziehung. 
Für Gott handeln stand an erster Stelle – die Beziehung zu Gott spielte erst die zweite Rolle. Für Menschen da sein war wichtig – die Beziehung zu ihnen hatte zweite Priorität.

„Alles für den Herrn“ war unser Motto.

Deshalb entschied ich mich, dass ich diesen Lebensstil zu meinem Beruf mache. 
Ich studierte Theologie in Tabor / Marburg, damit ich später Gott noch besser dienen könnte.

Und das war gut. Aber es hat etwas gefehlt …

Und mitten im Studium, da erwischte mich Gott – und zwar gewaltig.
Wir bearbeiteten gerade das neue Testament – und es war der Römerbrief dran.

Als wir ins dritte Kapitel kamen, lasen wir in Vers 24:
„Sie werden ohne Verdienst gerecht aus seiner Gnade durch die Erlösung, die durch Christus Jesus geschehen ist.“

Unser Dozent erzählte, dass Augustinus, Luther und viele andere durch den Römerbrief – und besonders durch Kapitel 3 und 6 geprägt wurden.

Dieses Kapitel – so sagte er damals – wäre eines der Herzstücke des Evangeliums:
Wir können Gott überhaupt nichts geben, indem wir für ihn brennen, oder beten, oder arbeiten, oder sonstwas machen.

Sondern er gibt uns alles, was wir brauchen. Wir werden „ohne Verdienst“ gerecht gesprochen. Jesus hat alles getan – wir müssen nichts hinzufügen.

„Ohne Verdienst gerecht“
Auf einmal fiel es mir wie Schuppen von den Augen: 
Ich muss überhaupt nichts leisten, damit Gott mich gut findet. 
Ich muss überhaupt nicht besonders viel Bibel lesen oder beten, damit Gott mich annimmt. Ich muss nicht in der Gemeinde mitarbeiten, mich einsetzen, alles super machen – damit Gott mich in sein Reich aufnimmt.

„ohne Verdienst“ steht hier. 
Das war wie eine Zentnerlast, die mir von den Schultern fiel damals.

Es war sicher nicht so gewaltig wie das Turmerlebnis von Martin Luther – aber es stellte meine bisheriges Verständnis und meine Sicht von meinem Vater im Himmel auf den Kopf.

Ich darf wie ein Kind zu Gott kommen – ohne dass ich etwas leisten muss. Einfach so. Ohne Verdienst. Ist das nicht genial?

(Stephan Münch)

3. Echt witzig

Der Professor für Kirchengeschichte ist an der Universität zu Recht für seinen strengen Prüfungsstil gefürchtet. Bei der Prüfung bleibt der Kandidat auf die Frage nach bedeutenden Ereignissen im Jahr 1616 stumm. „Und 1521?“ Wieder keine Antwort. „Erasmus von Rotterdam?“ Abermals ist nichts zu hören. „Katharina von Bora?“ Der Prüfling antwortet wieder nicht. Ungeduldig fragt er: „1517?“ 
Nach einer Minute des Schweigens schreit der Professor schließlich gereizt: „Martin Luther!“ Darauf folgt endlich eine Reaktion: der Prüfling steht auf und geht zur Tür. „Wo gehen Sie denn jetzt hin?“, fragt der Prüfer entnervt. „Aber Sie haben doch gerade den Nächsten herein gerufen?!“


Stephan Münch

Ich bin verheiratet, hab vier geniale Kinder. Meine Frau und ich leiten gemeinsam das Orientierungsjahr Lebenstraum. www.dein-lebenstraum.com

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