HALLO!

Was hast du am letzten Wochenende gemacht? Stephan und ich waren beim TABOR Jugendtreffen dabei und hatten die große Ehre, vielen Teen- und Jugendkreismitarbeitenden in einer Mitarbeiter-Oase zu dienen. Schickes Ambiente, ein Ort, um sich zurück zu ziehen, Snacks, Getränke, Gemeinschaft, Austausch etc. Wir wollten diese Mitarbeitenden feiern, weil sie es verdient haben, sie wertschätzen und ermutigen.

Es war so toll wieder neu zu sehen, wie viele geniale Menschen sich überall im Land in den Gemeinden für junge Leute einsetzen, Zeit, Geld und Kraft investieren und von Gott gebraucht werden, um Leben zu verändern. Ihr seid ein leuchtendes Beispiel für mich und viele, viele andere.

Ein kleiner Teil dieser Mitarbeiter-Oase war eine Ermutigungsandacht. Genau die findest du im Folgenden. Ich hoffe, sie kann auch dich in deiner Situation ermutigen.

Toll, dass du dich in junge Menschen investierst. Danke dafür!

Stephan und Heiko

 

EIN WORT ZUR ERMUTIGUNG

Ich vermag alles durch den, der mich mächtig macht. (Philipper 4,13)

 

EIN LEUCHTENDES BEISPIEL

Als ich als Jugendlicher in die Mitarbeit in KiGo und Jungschar einstieg, war ich völlig und absolut begeistert. Mitarbeitersein war das Größte für mich. Deswegen war ich auch überall mit Feuereifer dabei – auch auf einer großen Mitarbeitertagung. Bei dieser Tagung hörte ich zum ersten Mal in meinem Leben von John R. Mott. Uns wurde die Biographie dieses Mannes präsentiert und ich war noch begeisterter als eh schon. So wie dieser Mann, so wie John R. Mott, wollte ich auch Mitarbeiter sein. An den Rest der Tagung kann ich mich, ehrlich gesagt, nicht mehr erinnern – aber John R. Mott und seine Mitarbeit hat mich nachhaltig geprägt.

 

Wer war dieser John Mott jetzt aber eigentlich? Hier ein kurzer Überflug über seine Biographie mit von mir herausgepickten Details:

Geboren wird er 1865 im Staat New York. Sein Vater hat einen gutgehenden Holzhandel und hätte gerne gesehen, dass sein Sohn das Geschäft einmal übernimmt.

Mott ist schon als Kind mit großem Ehrgeiz und Weitsicht ausgestattet.
Als 10-Jähriger wird er von seinem Vater erwischt, wie er vor der Lok eines Personenzuges auf den Gleisen herläuft, anscheinend, um seine eigene Lauf-Geschwindigkeit zu testen. Kurz bevor die Lok ihn erfasst, springt er von den Schienen und lässt sich die Böschung hinunterkullern.

Mit 11 wird er bei der Arbeit im Stall von einer Kuh attackiert und verletzt. Unbeeindruckt von der körperlichen Überlegenheit des Tieres bearbeitet er die Kuh so lange mit einer Mistgabel, bis sie von ihm ablässt.

Mit 12 Jahren verspricht er seinem Vater, bis zu seinem 21. Lebensjahr nicht zu trinken, zu rauchen oder zu glücksspielen, wenn er vom Vater dafür die Ecyclopedia Birtannica bekomme. Der Vater will ihm das teure Nachschlagewerk erst schenken, wenn dieses Versprechen Wirklichkeit geworden ist. Mott hält 9 Jahre lang durch und bekommt das ersehnte Lexikon.

Mit 15 begibt er sich mit einer Kutsche und seiner Schwester auf eine 2000 Kilometer lange Reise zu seinen Großeltern. Als Orientierung auf dem Weg dienten ihm lediglich die Sterne und eine selbst gezeichnete Karte.

Er studiert Latein, Geologie, Geschichte, Jura und Philosophie. Die Frage, was aus seinem Leben werden soll, treibt ihn immer wieder um. Soll er das Holzgeschäft des Vaters übernehmen? Als Anwalt arbeiten? In die Politik einsteigen, wie ihm immer wieder nahe gelegt wird?

1886 erlebt er – obwohl schon Christ – seine Bekehrung und weiß bald darauf, was zu tun ist.

Als er 1888 sein Studium mit Doktortitel abschließt, wird er Reisesekretär im CVJM.

Mott scheint ungeheuer begabt, was Leitung, Motivation und Organisation angeht. Er bekommt schnell mehr Verantwortung. Schon mit 26 leitet er die Studentenarbeit des amerikanischen CVJM. Er gründet den Christlichen Studentenweltverband und leitet ihn für viele Jahre, wird Präsident des CVJM Weltbundes, organisiert und leitet große internationale Konferenzen, reist unermüdlich von einem Kontinent zum anderen (kilometermäßig scheint er insgesamt 9 mal um den ganzen Globus gereist zu sein – obwohl er an Seekrankheit litt) und ist als Autor tätig. Er gründet ein Hilfswerk für Heimatlose, Flüchtlinge und Staatenlose und war in mehreren staatlichen Kommissionen für internationale Verständigung und gegen Krieg tätig. Daneben ist es ihm wichtig, praktisch tätig zu sein. Er begleitet Studenten persönlich und setzt sich sehr für Kriegsgefangene ein, die er in den Lagern besucht.

Man könnte eine schier ewig scheinende Liste von all dem erstellen, was John Mott in seinem Leben so gemacht hat – es ist fast unglaublich, dass das alles in ein Leben passt.

John Motts Leistung lag dabei weniger in einzelnen großen Taten, als in dem ausdauernden, lebenslangen Streben, Menschen – und Völker – miteinander ins Gespräch zu bringen und Versöhnung über Grenzen hinweg zu vermitteln. Er versuchte dieses Ziel zu erreichen, indem er Menschen (vor allem Studierende) auf Führungsrollen in Kirche und Gesellschaft vorbereitete. Das war es, was er als Auftrag, als Berufung Gottes, für sich erkannte hatte und was den Inhalt seines Lebens bestimmte.

Als Mott 1946 den Friedensnobelpreis erhält, halten viele Leute Lobreden. Der Präsident des Preiskomitees sagt unter anderem: „Er ist seinem Ruf, den er als junger Student gehört hatte, treu geblieben und hat Organisationen geschaffen, die Millionen von jungen Menschen in ihrer Arbeit für christliche Ideale von Frieden und Verstehen unter den Menschen vereinigt hat.“

Ist das nicht einfach nur beeindruckend? Was ein Mann, der mit Gott unterwegs ist, der sich seinen Lebensinhalt von Jesus vorgeben lässt, bewirken kann?

 

Jahre nach dieser Mitarbeitertagung, auf der ich zum ersten Mal von John Mott gehört hatte, fand ich sein Lebenswerk immer noch bewunderns- und nachahmenswert, aber mir war auch deutlich, dass ich ein Leben mit so viel Impact wohl nie würde führen können/ dürfen.

Trotzdem habe ich immer wieder mal über John Mott gepredigt. Auch bei einem Jugendgebetsabend in Düsseldorf vor einigen Jahren. Ich habe meine Begeisterung über einen Menschen geteilt, der sich von Gott so gebrauchen ließ und mein Bedauern darüber, dass ich dem zwar nacheifern kann, aber dieses leuchtende Beispiel wohl nie erreichen würde.

 

Nach dem Gottesdienst stand die Mutter eines Teenagers vor mir und sagte so etwas wie: „Warum redest du so einen Blödsinn? Warum willst du, wie dieser Mann sein, der schon tot ist? Für uns – für meine Kinder und mich – bist du viel mehr als dieser Mott. Das hört sich gut an, was der alles gemacht hat, aber der hat doch mit mir nix zu tun. Aber du. Du und dein Interesse an uns tut uns gut. Du und dein Engagement für uns zeigt uns, dass wir irgendwie wichtig sind. Du und deine Liebe zu diesem Gott haben uns neugierig gemacht. Du bist für uns der, wegen dem sich unser Leben ändert, wegen dem unser Leben jetzt besser ist als vorher.“

 

An diesem Abend traf mich eine der größeren Erkenntnisse meines Mitarbeiterdaseins wie ein Schlag: Gott gebraucht Menschen, die sich ihm zur Verfügung stellen. Gott gebraucht seine Mitarbeitenden. Immer. Bei mir waren es (bisher) keine Reisen um den Globus oder die Mitarbeit in internationalen Kommissionen – aber Gott hat mich immer wieder zum Segen für andere gesetzt. Ich durfte immer wieder erleben, wie sich Leben positiv verändert haben – von Teilnehmenden, deren Familien, Mitarbeitenden etc.

Jede(r), die/ der sich von Gott gebrauchen lässt, sich von Jesus Liebe zu Kinder, Teens und Jugendlichen ins Herz geben lässt, sich für sie einsetzt und sie Gottes Liebe spüren lässt – ist für andere wie John Mott. Wertschätzung gebend, Ermutigung schenkend, Liebe weitergebend, wohltuend lebensverändernd. Gottesbegegnungen schenkend … ein leuchtendes Beispiel eben.

Mitarbeitende verändern mit ihrem Gott einzelne Menschen, deren Familien und damit Orte, Landstriche – und gemeinsam verändern wir dieses Land (und weit darüber hinaus).

Es ist so gut, dass du dich investierst in Kinder, Teens, Jugendliche, Mitarbeitende etc. – es sie noch besser, dass du das gemeinsam mit Gott tust. Es lohnt sich ganz gewiss!

Übrigens: In der nächsten Jugendleitermail geht es weiter mit John R. Mott!

(Heiko Metz)

 

ECHT WITZIG

Der Nikolaus erklärt den Kindern:
„Eine Belohnung bekommt nur, wer besonders folgsam war. Wer hat denn das ganze Jahr über den Anweisungen und Wünschen Eurer Mutter gehorcht?“
Enttäuscht, aber einmütig seufzen die Kleinen: “Der Papa!“


Heiko Metz

Heiko Metz

war Jugendpastor, Landesreferent für die Arbeit mit Kindern und hat eine Kinderfreizeiteinrichtung für benachteiligte Kinder in einer deutschen Großstadt geleitet. Er engagiert sich bei Compassion als Gemeindereferent und ist Lehrbeauftragter für Gemeindepädagogik/ Arbeit mit Kindern und Jugendlichen an der Evangelischen Hochschule TABOR. Er liebt Kaffee, Jaguare (zum Fahren, nicht unbedingt die Tiere), Bücher, Eis, Single Malt Whisky und staunt immer wieder neu über Gottes Liebe zu den Kindern dieser Welt.

2 Comments

Laurent Bustaus · 19. November 2018 at 11:18

Der Hammer! Danke für deine Ermutigung, Heiko!!!

[Jugendleitermail 484] Ein leuchtendes Beispiel werden - Jugendleiternetz - Andacht zur Ermutigung · 4. Dezember 2018 at 11:19

[…] Woche ging es unter dem Motto „Ein leuchtendes Beispiel“ um John R. Mott. Mott war Autor, rief verschiedene internationale Hilfswerke ins Leben, arbeitete […]

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.