Hallo!

Es ist wieder Mitte der Woche – also bald Wochenende – und Jugendleitermail-Zeit!

Wir hoffen, du hast dich schon auf den Input gefreut – wir freuen uns auf jeden Fall, wenn du beim Lesen heute ermutigt wirst (und freue uns über einen entsprechenden Kommentar)!

Dein Stephan und Heiko


Wort zur Ermutigung:

»Überall in der Welt, wo in Zukunft die Gute Nachricht verkündet wird, wird auch berichtet werden, was sie getan hat. Ihr Andenken wird immer lebendig bleiben.« (Markus 14,9 Gute Nachricht)

Frauen in Jesu Augen

Während einer Feier kommt eine Frau auf Jesus zu und salbt seinen Kopf mit kostbarem Nardenöl. Ringsum meckern Jesu treue Fans, was diese Verschwendung denn solle. Aber Jesus selbst scheint das anders zu sehen. Er lobt die Frau und schließt seine kurze Rede mit dem Hinweis, dass man sich künftig immer und überall unter den Christen an diese Frau und ihre Tat erinnern wird (Markus 14,3-9).

Hm. Immer und überall an sie erinnern???

Entweder war Jesus ein falscher Prophet oder in der Kirchengeschichte ist etwas schiefgelaufen.

Natürlich habe ich diese Erzählung schon im Kindergottesdienst gehört. Aber wenn ich mal überlege, wer die großen und bedeutenden Namen aus dem Umfeld Jesu sind, dann wird da eher an den Verräter Judas, den Feigling Petrus, oder die machtgeilen Brüder Johannes und Jakobus gedacht.

Männer eben. Wie alle Großen der Geschichte, an die sich erinnert wird. Erst seit wenigen Jahren gibt es zaghafte Ansätze sich auch an Frauen zu erinnern. Was ja wohl doch im Sinne Jesu ist. Die Heldenjünger Petrus, Jakobus und Johannes wurden von Jesus harsch zurechtgewiesen. Diese Frau hier wurde von ihm gelobt.

In meinem Bibellexikon von 1990 wird noch ganz pauschal von „der Sünderin“ gesprochen, obwohl dies nur in der Parallelstelle Lukas 7 so angedeutet wird und noch nicht einmal klar ist, dass es sich um die gleiche Begebenheit handelt. Die christliche Tradition ist bis heute mal unterschwellig, mal ganz offen sexistisch. Sie diskriminiert die Hälfte der Schöpfung nach Gottes Ebenbild.

Sind wir da frei davon, weil wir heute moderner und emanzipierter denken?

Ich bin mir da nicht ganz sicher und möchte euch herausfordern, einmal selbst zu überlegen: Haben Frauen und Männer in Eurer Gemeinde die gleiche Stellung und erfahren sie die gleiche Wertschätzung?

Könnte sein, dass manche diese Herausforderung jetzt mit Argumenten abtun, die sich in der christlichen Tradition eingeprägt haben. Soll bei euch mehr zählen, was Tradition oder Prägung ist, oder eher das, was Jesus gefällt? – Da haben wir noch so einiges wieder gut zu machen, dass man sich auch an die erinnert, denen Jesus das verheißen hat!

Tipp für die Praxis:

Überlegt mal gemeinsam im Gespräch, wie geschlechtergerecht es in eurem Gemeindealltag zugeht:

Gibt es reine Mädchen-Jobs, wie Putzen, Kochen, etc.? – Dann wird es Zeit, dass sich hier die Jungs engagieren!

Sind frauenverachtende Sprüche oder Witze üblich? – Dann sprecht das offen an und macht klar, dass in eurer Gemeinde Menschen aufgebaut und nicht runtergemacht werden sollen!

Sind die Jungs eher die Entscheider und die Mädchen eher für die praktische Ausführung zuständig? – Dann tauscht mal die Rollen!

Predigen genau so oft Frauen wie Männer? Super, das ist eine Vielfalt, wie sie den Begabungen des Heiligen Geistes entspricht!

Ein Witz:

Warum sind Blondinenwitze immer so schlicht und kurz?

– Weil auch Männer sie verstehen sollen.


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