Moin

wie gehts dir gerade, wenn du an deine Gemeinde, deine Kirche denkst?
Bist du voll begeistert und fühlst dich zu Hause? Oder haderst du mit Gottes Bodenpersonal, oder langsamen Entscheidungswegen?
Ich hatte in den letzten Woche viele Gespräche mit Christen, die über die Gemeindeleitung, den Pastor, „die Kirche“ etc. geschimpft haben.
Aber dann ist mir ein ermutigendes und positives Beispiel unter gekommen, das ich heute gern mit dir teilen möchte.

Wir wünschen Dir, dass du dich über alles freuen kannst, was in deiner Kirche, mit deinem Pastor etc. richtig gut läuft – und ermutigt wirst, dran zu bleiben, positive Veränderung zu bewirken etc., wo du nicht so begeistert bist.

Dein Stephan und Heiko

Gottes Bodenpersonal – legal, illegal, sch…?

Kannst du dir einen hohen Würdenträger des Vatikans, einen Kardinal, vorstellen, der, mit Taschenlampe und Kneifzange bewaffnet, illegal in ein Haus eindringt? Der einen von den Stadtwerken gesperrten Stromkasten aufbricht und einfach den Strom wieder anschließt?

Genau das hat Kardinal Konrad Krajewski, seines Zeichens päpstlicher Almosenmeister im Vatikan, kürzlich getan.
Warum? Weil in einem großen Haus, das seit Jahren leer steht, hunderte Arme und Obdachlose leben, denen die Stadtwerke nun den Strom abgestellt haben (da niemand für die Kosten aufkam). Innerhalb weniger Tage wurden die Zustände für die dort „Wohnenden“ Menschen untragbar – und Kardinal Krajewski konnte nicht anders, als in den Keller des Hauses zu steigen, den verplombten Stromkasten zu öffnen und den Strom wieder anzuschließen.
Natürlich ist das illegal. Natürlich will der Stromanbieter den Kardinal nun anzeigen. Natürlich war das trotzdem eine Aktion nach dem Herzen Gottes.

Krajewski war mit den Leuten dort schon länger verbunden, brachte ihnen Lebensmittel und hörte sich ihre Sorgen an. Als er von dem abgestellten Strom erfuhr, versuchte er auf offiziellem Weg etwas zu erreichen. Als das nicht möglich schien, tat er, was er tun musste. „Jetzt reden wieder alle von Geld, aber das ist doch nicht das zentrale Problem hier“, betont Krajewski. „Die Frage lautet doch vielmehr: Weshalb sind Hunderte Männer, Frauen und Kinder hier? Wie ist es möglich, dass in einer Stadt wie Rom so viele arme Menschen in einer derart misslichen Situation leben müssen?“

Ist das nicht top? So muss Kirche, finde ich.
Den Menschen zugewandt. Mit einem großen, offenen Herzen. Mit-leidend. Voller Liebe. Voller Tatendrang. Das ist mal ein Zeugnis.
Wie cool, dass es solche Beispiele zu Hauff gibt in Gottes Bodenpersonal! Danke Kardinal Krajewski, dass sie solch ein Beispiel sind!

Wer mehr zum Stromkasten knackenden Kardinal lesen möchte, wird hier fündig. Und hier. Hier auch. Oder hier, hier und hier.

Jetzt wird’s praktisch

Vielleicht hat es dich gepackt und du willst Krajewski nacheifern? Geh mit deiner Jugendgruppe doch mal der Frage nach, wo es in eurer Umgebung Menschen gibt, die dringend (eure) Hilfe brauchen. Wie könnt ihr konkret anpacken und helfen? Wie könnt ihr vielleicht sogar ein öffentliches Zeichen setzen, das auf einen grundsätzlichen Missstand hinweist?

In dieser Jugendleitermail findest du dazu auch einige hilfreiche Nachdenkfragen.

Wirklich witzig?!

Obwohl das Kirchendach sehr renovierungsbedürftig ist, versucht ein schottischer Pfarrer vergeblich, von seinen sparsamen Gemeindemitgliedern Spenden für die Reparatur zu bekommen. Bis eines sonntags ein von der Decke abbröckelndes Stück Putz den Kopf des Gemeindevorstehers trifft. Sofort spendet der Mann fünf Pfund für die Instandsetzung des Dachs.
Als sich der Pfarrer am nächsten Sonntag auf den Gottesdienst vorbereitet, betet er: „Herr, bitte – triff heute jeden einzelnen!“ 


Heiko Metz

Heiko Metz

war Jugendpastor, Landesreferent für die Arbeit mit Kindern und hat eine Kinderfreizeiteinrichtung für benachteiligte Kinder in einer deutschen Großstadt geleitet. Er engagiert sich bei Compassion als Gemeindereferent und ist Lehrbeauftragter für Gemeindepädagogik/ Arbeit mit Kindern und Jugendlichen an der Evangelischen Hochschule TABOR. Er liebt Kaffee, Jaguare (zum Fahren, nicht unbedingt die Tiere), Bücher, Eis, Single Malt Whisky und staunt immer wieder neu über Gottes Liebe zu den Kindern dieser Welt. Mehr über ihn gibt es unter www.heikometz.net

2 Comments

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Simon · 10. Juli 2019 at 23:14

Der illegal handelnde Kardinal wird vom Autor hier gelobt. Es wird gesagt, dass „das trotzdem eine Aktion nach dem Herzen Gottes“ war.

Das halte ich für falsch. Hat Jesus die zu seiner Zeit geltenden (staatlichen) Gebote gebrochen? Nein, sondern er hat sogar dafür gesorgt, dass z.B. Petrus die Steuern zahlen konnte.

Warum denken manche Christen, dass sie über dem Gesetz stehen?

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David · 16. Juli 2019 at 10:11

Ist ein Menschenleben wichtiger als die Einhaltung der Gebote/Gesetze? Das scheint die Frage unserer Tage zu sein?

Das biblische Zeugnis ist in dieser Frage eindeutig: Es ist sogar am Sabbath erlaubt (Menschen)leben zu retten (Joh 5; Lk 6,6.). Immerhin hat der Kardinal vorher andere Wege gesucht. Und wenn er die Strafe für seine Handlung akzeptiert und bezahlt, handelt er immer noch im Rahmen des Gesetzes und eben nicht „darüber“.

Die Gebote und Gesetze sind FÜR den Menschen da. Das „Leben“ ist der höchste Wert. (Dtn 5,33)
Wo staatliche Gesetze dazu führen, dass Menschen sterben, ob im römischen Altbau, an der EU Außengrenze, oder im Arbeitslager muss man Gott mehr gehorchen als den Menschen! (Apg 5,29)

@Heiko: Danke für die Geschichte!

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