Hallo!

Ab und zu mache ich einen stillen Tag – einfach so allein im Wald. Beten, nachdenken, mein Leben vor Gott reflektieren.

Dabei ist mir etwas klar geworden. Dazu mehr in der heutigen JLM.

Viel Segen + Spaß beim Lesen!

Herzliche Grüße auch von Heiko!

Dein

Stephan

Ein Wort zur Ermutigung

Glücklich zu preisen ist, wer Verlangen hat nach dem Gesetz des Herrn und darüber nachdenkt Tag und Nacht.

Er gleicht einem Baum, der zwischen Wasserläufen gepflanzt wurde: zur Erntezeit trägt er Früchte, und seine Blätter verwelken nicht. Was ein solcher Mensch unternimmt, das gelingt.

Psalm 1,2+3

Die Botschaft der Bäume

Gestern war ich im Wald. Nach langer Zeit habe ich mir mal wieder einen Tag der Stille gegönnt. Zuerst mit dem Fahrrad in die Natur – dann einen steilen Anstieg zu Fuß. Und schließlich stand ich in einer alten, weitläufigen Burgruine. Von den Mauern war nicht mehr viel zu sehen – dafür war alles mit Grün bewachsen. Bäume, Gras, Moos überwucherten die Jahrhunderte alten Burgwälle.

Ich setzte mich mitten in den von mächtigen Bäumen überspannten Burghof und dachte über mein Leben nach, ging ein wenig spazieren, betete, hörte dem Vogelgezwitscher zu, schrieb in mein Gebetstagebuch. Ich genoss die Zeit mit Gott mitten in der Natur – auch wenn ich manche Sorgen in mir trug. Während der Zeit  des Nachdenkens machte sich mehr und mehr ein Gedanke in mir breit, der mir manche Zusammenhänge erkennen ließ:

Ich leite seit kurzem eine neu gegründete Jugendgruppe, die sich aber nur sehr langsam entwickelt (es kommen 2-6 Teilnehmer). Außerdem leiten meine Frau und ich die Jahresbibelschule Lebenstraum, bei der wir jedes Jahr gespannt sind, wie viele Menschen uns Gott anvertraut. Und dann ist ja noch die Sache mit den Finanzen … werden sie auch in diesem Jahr reichen?

Ich schaute nach oben, wo sich die mächtigen Linden und Buchen über mir wölbten. Dann sah ich auf den Boden, wo kleine Bäumchen aufwuchsen. Vereinzelt hatten es ein paar schlanke Bäume geschafft, bis zur Baumkrone der anderen durchzudringen. Aber die meisten standen im Schatten der großen. Würden sie jemals die Größe der viele Jahrzehnte alten Bäume erreichen?

Ich dachte an unsere kleine Jahresbibelschule – an meine neue Jugendgruppe. Ich hatte den Eindruck: Sie sind wie diese kleinen Bäumchen, die zwischen all den Großen stehen. Würden sie jemals zur vollen Größe aufwachsen, oder würde sie es gar nicht schaffen? Würden sie nach einigen Jahren wieder eingehen?

Beim Nachdenken über das Ganze wurde mir folgendes deutlich:

1. Wachstum braucht Zeit. Bäume brauchen mehrere Jahrzehnte bis sie zur vollen Größe aufwachsen. Ich muss mir nicht den Stress machen, dass innerhalb von wenigen Monaten oder Jahren alles perfekt und großartig ist. Gott hat seinen eigenen Zeitplan.

2. Gott schenkt die Voraussetzungen zum Wachsen – und das Wachstum ebenfalls. Die Bäume brauchen Luft, Licht, Wasser, Freiraum, tiefe Wurzeln. Und kleine Bäumchen brauchen Schutz. Und dann kann das Ganze Stück für Stück aufwachsen – und das Wachstum ist allein Gottes Geschenk. Ich kann und muss meinen Beitrag dazu leisten – aber der Großteil liegt in Gottes Hand.

3. Alles stirbt irgendwann. Alles Leben, jede Organisation, jede Gruppe – eines Tages wird sie sterben. Auch wenn wir es uns oft nicht vorstellen können. Aber das gehört zum Kreislauf des Lebens, den Gott geschaffen hat: Altes stirbt, Neues wächst auf. Und durch Sterbeprozesse entsteht Raum und Licht für Neues.

4. Einen guten Baum erkennt man an seinen Früchten (Luk. 6,44). Die entscheidende Frage ist nicht, wie groß etwas ist, oder ob wir hocheffektiv arbeiten. Sondern die Frage ist, ob das, was ich tue, Früchte trägt im Leben des Einzelnen. Man erkennt eine gesunde Organisation (Jugendgruppe, Gemeinde, etc.) offensichtlich nicht vor allen Dingen an seiner Größe, sondern an ihren Früchten.

5. Alles hat seinen Sinn. In der Natur geht es nicht vor allen Dingen um einen Verdrängungswettbewerb – sondern um ein gesundes Ökosystem. Jede kleine Pflanze, jeder scheinbar sinnlos herabfallender Samen hat einen Sinn. Kleine Bäumchen, die nach einigen Jahren wieder eingehen, große Bäume, die irgendwann alt und morsch umfallen. Wurzeln die bis tief ins Erdreich reichen, große Bäume, die kleinen Schatten spenden. Humus aus vermoderten Ästen, Blättern, Samen usw. werden zum Nährboden für neues Leben. Alles hat seinen Sinn – auch wenn wir es nicht sofort sehen.  

Mit vielen Gedanken im Kopf und einem friedvollem Herzen machte ich mich dann auf den Weg nach Hause. Ich verließ die alte Burgruine mit den riesigen Bäumen und kleine Pflänzchen. Und tief im Innern wusste ich: Gott hat die Dinge in der Hand – auch wenn wir es von außen oft nicht sehen können.  

Tipp für die Praxis:

Mach doch auch mal so einen halben Tag allein im Wald und lass die Natur auf dich wirken – und höre auf die leise Stimme Gottes … ich kanns nur empfehlen.

Echt witzig

Was ist ein Keks unter einem Baum?

Ein schattiges Plätzchen

Was macht ein Pirat am Computer?

Er drückt die Enter-Taste

Noch Plätze frei

Wir haben immer noch ein paar Plätze frei bei Lebenstraum. Falls du jemanden kennst, der im Herbst noch nichts gefunden hat – dann kannst du uns gerne weiterempfehlen. Lebenstraum (www.dein-lebenstraum.com) ist eine 10-monatige Jahresbibelschule mit Schwerpunkt Persönlichkeitsentwicklung und Berufsfindung in Uffenheim bei Würzburg


Stephan Münch

Stephan Münch

Ich bin verheiratet, hab vier geniale Kinder. Meine Frau und ich leiten gemeinsam das Orientierungsjahr Lebenstraum. www.dein-lebenstraum.com

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