Hi!

Wir arbeiten schon viele Jahre, sogar Jahrzehnte in der Gemeinde mit. Da gibt es Höhen und Tiefen. Das kennst du sicher auch.

Wir wünschen dir, dass du in den Höhen dankbar sein kannst – und in den Tiefen ganz besonders Gottes Durchtragen spürst!

Bleib gesegnet!

Dein Heiko und Stephan

Wort zur Ermutigung:

Über Abraham heißt es in der Heiligen Schrift: »Abraham setzte sein ganzes Vertrauen auf Gott, und so fand er Gottes Anerkennung.«

(Paulus zitiert Gen 15,6 in Römer 4,3)

Regeln und Vertrauen:

Ich liebe Regeln!

Wenn man einmal bestimmte Regeln geschnallt hat und es schafft, sie zu befolgen, dann kann man sich so richtig gut fühlen. Und über die aufregen, die es noch nicht geschnallt haben 😉

Zum Beispiel kann ich mich wunderbar über die Mamis aufregen, die vor dem Kindergarten ihr 1m hohes Töchterchen aus dem 5m langen und 2,5 Tonnen schweren Straßenpanzer heben und dann mit Vollgas durch die verkehrsberuhigte Zone abdüsen…

In der Gemeinde in Rom gab es eine ganze Reihe Christen, denen Regeln super wichtig waren. Sie waren davon überzeugt, dass Gott durch Jesus seine Liebe gezeigt hatte, aber um Gott wirklich zu gefallen, sollten alle Christen auch die Regeln des Mose (das „Gesetz“) halten.

Paulus wickelten sich bei diesem Gedanken die Fußnägel hoch. Wenn man durch Regelbefolgung Gott gefallen könnte, dann wäre Jesus ja komplett umsonst gestorben! Um die Argumentation dieser Leute auszuhebeln, macht Paulus in Römer 4 einen raffinierten Schachzug: Ja natürlich, die Regeln des Mose waren schon 1500 Jahre älter als Jesus, aber Abraham war nochmal 500 Jahre älter und der fand Anerkennung bei Gott, ohne dass er das Gesetz des Mose kennen konnte: Einfach durch sein Vertrauen.

Ich meine, dass man dieses Prinzip auch heute jederzeit beobachten kann: Da, wo Menschen Regeln brechen, steckt dahinter ein Vertrauensproblem. Wer Steuern hinterzieht, argumentiert häufig: „Der Staat zockt mich ja eh ab.“ Es fehlt also das Vertrauen, dass unsere Steuergesetze gerecht und gut für den Einzelnen und das Allgemeinwohl sind.

Wir können auch einen zunehmenden Verlust an Vertrauen in unsere Demokratie beobachten: Menschen verlieren zuerst das Vertrauen in den Rechtsstaat, dann brechen sie dessen Regeln; angefangen von Beleidigungen in den Sozialen Medien, über Gewaltanwendung bei Demos hin zum Reichsbürgertum.

Umgekehrt kann das Einfordern von Regeleinhaltung ohne dass eine Vertrauensbasis besteht, auch einen massiven Machtmissbrauch darstellen.

Denn Vertrauen gewinnt man weder durch Kontrolle noch durch Imagepflege. Vertrauen gewinnt man durch Verlässlichkeit, Hingabe und Liebe. – Eine höchst göttliche Stretegie!

Paulus behauptet nicht, dass Regeln überflüssig sind, nein (Röm 7,7). Aber er macht klar, dass es ein älteres und wichtigeres Prinzip gibt: Das Vertrauen. Nur durch Vertrauen, also durch Glauben, können wir Gottes Anerkennung bekommen. Das mit den Regeln ergibt sich danach fast von selbst, weil Menschen, die erfüllt sind von Gottes Liebe, ihm einfach gefallen wollen.

Dabei ist Vertrauen keine Leistung, auf die wir uns berufen könnten. Vertrauen ist einfach nur die natürliche Reaktion, wenn man etwas geschenkt bekommt: Man nimmt das Geschenk an.

Gott sagt dir: „Ich habe dich ganz doll lieb!“

Lasst uns dieses Geschenk vertrauensvoll annehmen!

Tipp für die Praxis:

Überlegt einmal zusammen:

a) Im Leitungskreis:

– Gibt es bei uns ungeschriebene Regeln, durch deren Einhaltung man Anerkennung in der Gruppe bekommt? Wird durch manche Regeln Macht oder Kontrolle ausgeübt?

– An welchen Stellen hat sich in der letzten Zeit Vertrauen entwickelt?

– Gibt es Personen oder Bereiche, wo wir ein Vertrauensproblem haben? Wie könnten wir hier Vertrauen (zurück-)gewinnen?

b) In der Gruppe:

– Wo neige ich dazu, Regeln (egal in welchem Lebensbereich) zu missachten? Worin fehlt mir da jeweils das Vertrauen?

– Bei welchen Person fällt es mir leicht, ihnen zu vertrauen? Was genau an ihnen ist es, dass es mir so leicht macht?

– Vertraue ich Gott, dass er es gut mit mir meint?

Etwas zum Schmunzeln:

Die Sekretärin beklagt sich: „Chef, Sie haben einfach kein Vertrauen zu mir!“

„Wie kommen Sie darauf?“ entgegnet der Direktor. „Ich lasse doch sogar die Tresorschlüssel offen herumliegen!“

„Schon“, meint die Sekretärin, „aber keiner passt!“


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