Was meinst du, ist die wichtigste Voraussetzung für einen Jugendleiter? Ich bin wieder neu auf etwas aufmerksam geworden, über das ich heute schreiben will. Mich interessiert auch deine Meinung. Schreib sie einfach unten in die Kommentarfunktion.

Grüßle von Heiko – und dir eine gesegnete Woche!

Stephan

Ein Wort zum Nachdenken

Dafür halte uns jedermann: für Diener von Christus und Haushalter über Gottes Geheimnisse. Nun fordert man nicht mehr von den Haushaltern, als dass sie für TREU befunden werden. (1. Korinther 4,2 – Luther)

Was ein Jugendleiter mitbringen sollte …

Vor drei Wochen hatten wir in der Jugendleitermail ein Interview mit Paddy vom EC Niedersachsen. Ich fand das Interview richtig gut.

Eine von seinen Antworten hat mich ins Nachdenken gebracht:

Und zwar die Antwort auf die Frage: „Was sind deine drei Hauptfaktoren für eine erfolgreiche Kinder- und Jugendarbeit?“

Und sein erster und wichtigster Punkt war: „TREUE im Kleinen – und TREUE zu Gott.“

Ok – alles klar?!?

  • Braucht man nicht zuerst motivierte Mitarbeiter?
  • Vor allem auch gute Ideen und zündende Programme?
  • Und dann noch tolle Räumlichkeiten, die Jugendliche selbst gestalten?

Ich mache jetzt seit ca. drei Jahrzehnten Kinder- und Jugendarbeit. Seit einem halben Jahr bin ich mit dem Aufbau einer Teenager-Gruppe beschäftigt. Das ist richtig hartes Brot (davon hab ich schon berichtet vor einigen Wochen … hier der LINK dazu)

Und ich muss eins sagen: Paddy hat recht.

TREUE im Kleinen und TREUE zu Gott sind die wichtigsten Eigenschaften eines geistlich geprägten Leiters.

Denn darin zeigt sich, wie ernst ich es wirklich meine:

  • Bin ich rechtzeitig zur Gruppenstunde da?
  • Mache ich auch ein liebevolles Programm, wenn nur zwei Teilnehmer kommen?
  • Kümmere ich mich um den Jungen, der bei den Spielen immer abseits steht?
  • Frage ich am Schluss das Mädchen, das immer länger bleibt, wie es ihr wirklich geht und höre ihr wirklich zu?
  • Besuche ich den Jungen, der schon seit drei Wochen nicht mehr gekommen ist?

Danke Paddy für die Erinnerung, in dem, was ich tue, TREU zu sein.

Und ich finde es voll entlastend, dass Gott nicht mehr von mir verlangt, als TREU zu sein.

Er verlangt nicht eine bestimmte Leistungsstufe, Soundoviele Bekehrungen jedes Jahr, eine bestimmte Anzahl Besucher in der Jugendgruppe, vorzeigbare Erfolge.   

Nein: Alles, was Gott will, ist, dass wir TREU sind.

Mich interessiert deine Antwort:

Was denkst du, wieviel Prozent in der Jugendarbeit macht die TREUE wirklich aus? Hat sie so einen hohen Stellenwert? Welche Erfahrungen hast du gemacht?

Schreib einfach unten in die Kommentarfunktion – ich antworte dann drauf. Bin sehr gespannt 🙂

Tipp für die Praxis:

Es gibt ja ein paar ganz gute Poetry-Slammer in der christlichen Szene.

Eine davon ist Sarah Marie. Ihre Gedichte finde ich herausragend.

Das Video zum Thema „Zweifel“ hab ich schon genutzt.

Echt tiefsinnig …

Ein portugiesischer Seifenfabrikant sagte einem Priester:
„Das Christentum hat nichts erreicht. Obwohl es schon bald zweitausend Jahre gepredigt wird, ist die Welt nicht anders geworden. Es gibt immer noch Böses und böse Menschen.“
Der Priester wies auf ein schmutziges Kind, das am Strassenrand im Dreck spielte, und bemerkte: „Seife hat nichts erreicht. Es gibt immer noch Schmutz und schmutzige Menschen in der Welt.“
„Seife“, entgegnete der Fabrikant, „nutzt nur, wenn sie angewendet wird.“
Der Priester antwortete: „So ist es mit dem christlichen Glauben auch.“


Stephan Münch

Stephan Münch

Ich bin verheiratet, hab vier geniale Kinder. Meine Frau und ich leiten gemeinsam die Jahresbibelschule Lebenstraum. www.dein-lebenstraum.com

2 Comments

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Anna · 31. Oktober 2019 at 10:18

Hey, ich arbeite seit 3 Monaten an einer neuen Stelle als Jugendreferentin und bin anfangs sehr enttäuscht von der Treue der Mitarbeiter gewesen. Die Jungscharstunden waren mit 26 Kindern gefüllt und dann waren 2 Mitarbeiter kurz vor Beginn da, eine ging nach der ersten Stunde und zu den letzten 20 min kam noch ein anderer Mitarbeiter, wo ich echt Schwierigkeiten hatte, ihn dann noch einzubinden.
Ich persönlich habe gelernt, dass Zuverlässigkeit und Treue sehr sehr wichtig sind, besonders in Gruppenstunden, die nicht ganz so häufig (bei uns zweiwöchig bzw. 1x im Monat) stattfinden. Ich kann es einfach nicht nachvollziehen, dass die Mitarbeiter nicht entweder ganz oder gar nicht da sind, sondern so wie es eben rein gequetscht werden kann. Es ist zwar echt schön, dass sie motiviert sind und alles an kleinen Zeitfitzelchen geben wollen, was geht, aber eigentlich bringt es das auch nicht. Vor allem, wenn man bedenkt, was das für die Gruppe, die Kinder bedeutet und wie es auf sie wirkt, wenn Mitarbeiter kommen und gehen und ständig der Gruppenprozess gestört wird.
Da bin ich echt sprachlos und enttäuscht, weil du es auch beschreibst: Im Kleinen treu sein hat eine sehr große Wirkung. Ich weiß kaum, damit umzugehen. Denn wenn diejenigen, die nicht die ganze Zeit da sein können, gar nicht mehr kommen würden, dann sitze ich da allein oder mit nur einem anderen Mitarbeiter. Das ist es doch auch nicht wert… Was meinst du?

    Stephan Münch

    Stephan Münch · 7. November 2019 at 12:59

    Hi Anna, danke für deine Ehrlichkeit.
    Das ist echt eine Herausforderung mit Mitarbeitern zu arbeiten, die nicht zuverlässig sind.
    vor allem, wenn man 26 Kinder hat, die man bändigen muss. Solche Situationen kenne ich auch.

    Ich würde folgendermaßen vorgehen:
    ich würde alle Mitarbeiter einladen – vielleicht zum Pizzaessen oder so.
    Dann würde ich mit ihnen zusammen das nächste halbe Jahr planen (macht ihr wahrscheinlich eh regelmäßig).
    Aber ich würde bei diesem Treffen auch vereinbaren, wer welche Aufgabe übernimmt – am besten sind feste Aufgaben, die der einzelne in jeder Jungscharstunde macht.
    Da geht es um Stühle stellen, Lieder singen, Spiele machen, basteln, Wasser bereit stellen, Kleingruppe leiten, usw.
    Am besten du schreibst alle Aufgaben auf ein Flipchartpapier und schreibst jeweils die Namen dazu.
    Dadurch wird deutlich: Jeder wird gebraucht – und wenn einer fehlt, dann klappt diese Sache nicht.
    Und vielleicht kannst du an der richtigen Stelle in liebevoller oder klarer Weise sagen, dass du dich von ihnen im Stich gelassen gefühlt hast. Und wie es dir perönlich damit geht.

    Ich hoffe, ich konnte dir ein bisschen weiter helfen.
    Auf jeden Fall Gottes Segen und viel Kraft für deine Aufgabe als Jugendreferentin!
    Herzlich
    Stephan

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