Hey,

ich hab heute eine Frage an dich, wie du mit so einer Situation umgehen würdest.

Und ich bin schon gespannt auf die Antworten die ich bekomme.

Herzliche Grüße auch von Heiko!

Dein

Stephan

Ein Wort zur Ermutigung

Als Jesus die Menschen sah, ergriff ihn tiefes Mitgefühl; denn sie waren erschöpft und hilflos wie Schafe, die keinen Hirten haben.

Matthäus 9,36

Chaoten in der Jugendgruppe – was würdest du tun?

Seit einem halben Jahr mache ich eine Jugengruppe, in die zwischen zwei und sechs Teilnehmer kommen.

Vor zwei Wochen hatte ich zum Start nach den Sommerferien in meine Jugendgruppe alle rund 25 Konfirmanden aus dem letzten Jahr nochmal persönlich eingeladen. Ich hab sie zuhause besucht, ihnen eine handschriftliche Einladung gegeben … und hoffte das Beste.

Gestern war der Tag X … ich war so gespannt, wer wohl kommen würde. Zuerst kam nur einer der Konfis – über den ich mich riesig freute. Zu meinem harten Kern von drei Leuten, die an diesem Tag da waren, hatte ich nun einen vierten … Nachdem wir schon eine Viertelstunde angefangen hatten und mitten im UNO-Spielen waren, kam es dicke. Vier Jungs kamen rein – einer cooler als der andere – mit ihren aufgepimpten Motorrollern. Statt sich hinzusetzen und mit uns UNO zu spielen, fingen sie an, ungefragt Dart zu spielen.

Irgendwann setzten sie sich dann doch zu uns und spielten mit uns UNO. Aber immer wieder meldete sich eins von ihren Smartphones mit einem hörbaren: Taktaktak. Ich bat darum, es auszuschalten. Aber alle zwei Minuten machte es weiter: Taktaktak. Wir konnten uns kaum aufs Spielen konzentrieren.

Nachdem wir mit Müh und Not ein UNO-Spiel hinter uns gebracht hatten, begann ich aus meinem Leben zu erzählen. Während ich erzählte, schwätzte immer wieder einer der Neuen mit einem anderen. Ich bat ihn mehrmals um Ruhe, aber er fing immer wieder damit an. Erst als ich androhte und sagte: „Wenn du nicht still bist, dann musst du wieder heimgehen“ war er für drei Minuten still. Am Ende las ich noch einen Bibelvers vor, um zu zeigen, was mir wichtig geworden war in meinem Leben. Genau in diesem Augenblick standen die Jungs auf, sagten „Servus“ und verschwanden aus dem Raum.

Durch die übrig gebliebene Gruppe ging ein Aufatmen. Wir waren froh als sie weg waren. Nun konnte ich in Ruhe mit den übrigen vier mein Programm weiter führen. Wir tauschten uns aus über Schule und Familie und dann betete ich noch für die Teens und ihre Anliegen. Und am Schluss konnten wir gemütlich zu fünft zu Abend essen.

Wenn ich ehrlich bin, weiß ich nicht, was ich mir wünschen soll:  

Sollen die Chaoten wieder kommen? Schließlich liebt Gott auch Chaoten und will ihr Leben verändern? Oder wird dadurch die ganze Gruppe gesprengt?

Oder soll ich mir wünschen, dass sie zuhause bleiben und lieber andere Teenager kommen, die dann Jesus kennen lernen?

Was ist deine Idee, wie ich mit dieser Situation umgehen kann? Was würdest du vorschlagen? Was würde Jesus tun?

Kommentar erwünscht

Schreib doch mal in den Kommentar unten, was du darüber denkst. Mich würde wirklich interessieren. Vielleicht hast du ähnliche Erfahrungen gemacht. Danke schon mal 🙂


Stephan Münch

Stephan Münch

Ich bin verheiratet, hab vier geniale Kinder. Meine Frau und ich leiten gemeinsam die Jahresbibelschule Lebenstraum. www.dein-lebenstraum.com

8 Comments

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Sigrid Vogell · 19. September 2019 at 08:15

beten, beten, beten,….denn Jesus kann jeden Sturm stillen
üben, bedingungslos anzunehmen
manchmal möchten die jungen Leute aber auch bewußt Grenzen austesten, die dann auch (in Liebe) gesetzt werden dürfen und heilsam sein können

Gottes Segen für Ihre Arbeit!!!

    Stephan Münch

    Stephan Münch · 19. September 2019 at 16:14

    Das ist wohl das allerbeste: Beten.
    Ich bin gespannt, was Gott aus den Jungs macht. Vor allem einer von denen hat voll das Potenzial.
    Danke dir für die Segenswünsche!

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Michael Weisbach · 19. September 2019 at 09:43

Hallo Stephan, ich kann dich gut verstehen und kenne diese Situationen. Vielleicht helfen diese Fragen weiter.
Wie hast du die Jungs begrüßt? Warst du darauf vorbereitet? Konntest du den neuen deine Vorstellung eines Ablaufes der Gruppenstunde zu erklären. Wussten die Jungs worauf sie sich einlassen?

Gib Ihnen eine weitere Chance! Versuche ihr Unsicherheit zu spüren und ihnen dann zu helfen. Cool dass die Jungs sich getraut haben. Vielleicht passen die Gruppen nicht zusammen. Warum nicht eine zweite?

Nur so ein paar Blitzlichter. Ich bete für die Jungs.

    Stephan Münch

    Stephan Münch · 19. September 2019 at 16:12

    Hey Michael, danke für deine guten Gedanken. Ich bin gespannt, ob sie nochmal wiederkommen. Ich kannte sie schon vorher vom Konfi-Unterricht, den ich mitgestaltet habe. Von daher war eine gute Grundlage da. Mal sehen, ob sie wieder kommen …

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Andreas · 25. September 2019 at 18:02

Hallo Stephan,
einer der größten Chaoten (erst bei meiner Mama in der Kinderstunde, später bei mir in der Jungschar oder als Teenie unter meiner Aufsicht) ist später Sportmissionar geworden. Das hätte damals auch keiner gedacht. Jesus liebt solche Chaoten.
Der Gedanke an „mein Teenie“ gibt mir heute Kraft, wenn meine Konfis chaotisch sind.

    Stephan Münch

    Stephan Münch · 25. September 2019 at 18:07

    Danke dir – Andreas – das ist auch meine Erfahrung. In überdrehten Teenies steckt oft unglaublich viel Potenzial. Trotzdem muss man sie erstmal ertragen und lieb haben. Ich werde nicht so schnell aufgeben 🙂

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Martin · 10. Oktober 2019 at 15:38

Hallo Stephan,
ich musste die letzten drei Wochen immer wieder an deine Frage denken, heute nun kommt die Antwort…
Unsere Erfahrung in der Petrusgemeinde ist, dass die größten Chaoten oft gute Jugendleiter werden. Auch wenn es anstrengend ist, versuchen wir ihnen Verantwortung zu geben und sie bald in eine Mitarbeiterschaft zu überführen.
Vielleicht kannst du sie ja als Helfer einspanen…?

Ich hoffe, es gelingt dir (oder Jesus) zu ihnen vorzudringen.

Viele Grüße

Martin

    Stephan Münch

    Stephan Münch · 11. Oktober 2019 at 10:29

    Hey Martin, danke für deine guten Gedanken.
    Ich hab wirklich schon viel Jugendarbeit gemacht und kann das auch bestätigen.
    Allerdings muss man auch durchhalten und dranbleiben.
    Ich bin selbst gespannt, wie es sich weiter entwickelt.
    Bisher waren die Jungs nicht wieder da – aber einen von ihnen werde ich wieder einladen.
    Grüßle
    Stephan

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