Hey,

wie geht es dir gerade? Als Mensch, als Christ, als MitarbeiterIn?
Immer wieder gibt es Zeiten im unserem Leben, im Glauben und auch in der Mitarbeit in der Gemeinde, in denen uns alles schwer fällt, wir nicht so können, wie wir wollen, uns vielleicht etwas anderes ablenkt oder … manchmal hat mans einfach schwer.
In diesen Zeiten wollen wir dich besonders ermutigen – auch mit der heutigen Jugendleitermail.

Dein Stephan & Heiko

Ein Vers zur Ermutigung

Helft einander, eure Lasten zu tragen! Auf diese Weise werdet ihr das Gesetz erfüllen, das Christus uns gegeben hat.
(Galater 6,2 (NGÜ))

Vom Wert der Gemeinschaft

Der Eine oder die Andere kennt unsere familiäre Situation ein wenig – für alle Anderen in ganz kurz: Unser zweiter Sohn wurde mit diversen Fehlbildungen geboren, die sich in seinem bisherigen kurzen Leben in unglaublich vielen Krankenhausaufenthalten, Therapien, OPs, Medikamenten, Pflegedienstbesuchen, Regalwände füllendem Schriftkram und viel, viel Kraftaufwand und Tränen niederschlagen.
In der letzten Zeit war es auf Grund einiger heftiger OPs und einem schier nicht enden wollenden Krankenhausaufenthalt mit viel auf und ab besonders schlimm.

Ich halte an sich viel aus, mag Herausforderungen und packe Probleme gern bei den Hörnern. Aber diese Situation schafft mich.
Sie schafft mich körperlich: zu wenig Schlaf, schlechtes Essen, zu wenig Bewegung, zu viel zu tun, zu organisieren, alles unter einen Hut zu kriegen …
Sie schafft mich emotional: Ich halte es einfach schlecht aus, meinen Sohn so leiden zu sehen (und meinen ersten Sohn und meine Frau), das ständige Auf und Ab, immer wieder neue Ideen, Prognosen, Therapien etc. schlauchen ungemein und die Ungewissheit, wie es weitergehen wird, tut ihr Übriges.
Sie schafft mich aber auch geistlich: Ich bin grundsätzlich absolut froh und total dankbar, alles bei Gott abgeben zu dürfen und ihm auch all meinen Ärger, meine Trauer etc. an den Kopf werfen zu können – aber diese Situation (und ihre Dauer) laugt mich geistlich teilweise sehr aus. Ich weiß oft gar nicht mehr, was ich beten soll und fühle mich auch recht weit entfernt von Gott. Vieles, was mir in Predigten oder Büchern früher hilfreich für meinen Glauben erschien, hört sich jetzt leer und unecht an … Beziehungsstatus: Es ist kompliziert.

Was mich in all diesem Mist einigermaßen aufrecht hält ist neben meiner Familie (in der wir uns irgendwie gegenseitig stützen), die Menge an Freunden und Bekannten, die uns begleiten. Die wertvolle Gemeinschaft mit anderen, die uns auffangen, wenn wir selber nicht mehr können.
Bei mir sind das Freunde, Verwandte, gute Bekannte und viele, viele Mitglieder TABORs (wo ich dazugehöre).

  • Da schreiben mir Leute, rufen mich an und fragen nach, wie es uns geht und wie sie helfen können (und wollen das auch echt tun).
  • Da überweisen uns Leute einfach so Geld, weil sie mitbekommen haben, dass es grad eng wird.
  • Da bekommen wir ein „Care Paket“ mit leckerem Nervennahrungsinhalt und einem tollen Brief, der uns ermutigt und mit dem Satz endet: „Fühlt euch nicht verpflichtet zu antworten, euch zu bedanken oder so was. Wir wollten euch einfach nur etwas Gutes tun.“
  • Da beten hunderte Menschen regelmäßig für unsere Sohn und die ganze Situation.
  • Da nehmen mich spontan Menschen in den Arm und beten für mich oder segnen mich.
  • Da glauben Leute einfach so für uns mit, wo uns das aktuell schwer fällt.
  • Da darf ich vor Leuten ehrlich sein und einfach mal allen Frust, alle Überforderung und allen Zweifel rauslassen.
  • Da glauben Leute für mich mit, dass Gott da und uns zugewandt ist, wenn ich das grade nicht kann.
  • Da kommt eine Freundin extra aus dem fernen Osten, um uns hier vor Ort für einige Tage zu unterstützen.

Das macht mir unglaublich viel Mut. Das lässt mich immer wieder spüren: Wir sind nicht allein. Wir werden gestützt und dort getragen wo wir selbst so gar nicht(s) mehr können.
Deswegen komme ich irgendwie klar. (Allen, die zu meiner wertvollen Gemeinschaft gehören, deswegen hier ein sehr, sehr, sehr, sehr, sehr großes Danke!)

Unser Leben führt uns immer wieder in Situationen, die wir alleine nicht packen können oder die wir zumindest besser nicht alleine bewältigen sollten, weil uns das nicht gut tut und über unsere Kraft geht.
Vielleicht sind es in deinem Leben nicht so heftige Gegebenheiten, wie wir sie gerade erleben, aber die ein oder andere Krise erwischt jeden Mal.
Wir brauchen wertvolle Gemeinschaft mit anderen. Echte, tiefe Gemeinschaft, in der ich ehrlich sein kann und die auf die eine oder andere Weise anpackt und unterstützt, wo immer das nötig ist.

Unsere Gemeinden, unsere Mitarbeiterteams, unsere Kreise und Gruppen können solche Gemeinschaften sein. Sollten sie auch.
Und das ist unglaublich viel wert.

Jetzt wird’s praktisch

Wer sind die Menschen, die deine wertvolle Gemeinschaft bilden?
Für wen bist du Teil einer solchen wertvollen Gemeinschaft?

Diese beiden Fragen lassen sich wunderbar für sich selbst, im Mitarbeiterteam, im Jugendkreis, im Gottesdienst der Gemeinde, im Hauskreis … stellen und gemeinsam reflektieren.
Jeder sollte für sich eine positive Antwort darauf finden können.

Einige Ideen dazu, wie eine Kultur wertvoller Gemeinschaft gefördert werden könnte, findest du in den verschiedensten Jugendleitermails – z.B. in dieser.

Wirklich witzig?!

Der Pfarrer liest im Religionsunterricht aus der Bibel vor: „Und der Vater des verlorenen Sohnes fiel auf sein Angesicht und weinte bitterlich!“
„Florian, kannst Du mir sagen warum?“
„Klar!“, antwortet Florian, „Knallen Sie mal mit der Nase voll auf die Erde, da kommen Ihnen auch die Tränen!“


Heiko Metz

Heiko Metz

war Jugendpastor, Landesreferent für die Arbeit mit Kindern und hat eine Kinderfreizeiteinrichtung für benachteiligte Kinder in einer deutschen Großstadt geleitet. Er engagiert sich bei Compassion als Gemeindereferent und ist Lehrbeauftragter für Gemeindepädagogik/ Arbeit mit Kindern und Jugendlichen an der Evangelischen Hochschule TABOR. Er liebt Kaffee, Jaguare (zum Fahren, nicht unbedingt die Tiere), Bücher, Eis, Single Malt Whisky und staunt immer wieder neu über Gottes Liebe zu den Kindern dieser Welt. Mehr über ihn gibt es unter www.heikometz.net

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